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NWZonline.de Nachrichten Politik

Mehrheit unzufrieden mit Flüchtlingspolitik

05.02.2016

Köln Vier von fünf Bundesbürgern (81) Prozent sind der Meinung, dass die Regierung die Flüchtlingssituation in Deutschland nicht im Griff hat. Zugleich billigt eine deutliche Mehrheit einige der vom Kabinett beschlossenen Verschärfungen des Asylrechts, wie aus einer am Mittwochabend veröffentlichten ARD-Umfrage hervorgeht. Danach befürworten 78 Prozent der Bundesbürger die Einstufung von Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten.

Für die Einrichtung von Zentren an der Grenze, in denen Flüchtlinge ohne Asylperspektive schnell abgewiesen werden können, sind 77 Prozent der Befragten. Insgesamt 88 Prozent unterstützen die Absicht von Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD), Sozialleistungen für Flüchtlinge zu kürzen, wenn sie sich nicht integrieren lassen wollen.

Gespalten sind die Deutschen dagegen im Blick auf die vorgesehene Aussetzung des Familiennachzugs unter anderem für Bürgerkriegsflüchtlinge: Dies halten 44 Prozent für eine richtige Maßnahme, aber 49 Prozent lehnen dieses Vorhaben ab. Die Forderung nach einer festen Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen, die seit Monaten von der CSU erhoben wird, befürworten knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Deutschen, ein Drittel (33 Prozent) ist gegen eine solche Grenze.

Auf eine sehr hohe Akzeptanz der Bevölkerung treffen die meisten Fluchtgründe. So finden es 94 Prozent der Befragten richtig, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt, die vor Krieg oder Bürgerkrieg geflohen sind. Drei Viertel (73 Prozent) befürworten eine Aufnahme bei politischer oder religiöser Verfolgung. Dagegen unterstützt nur jeder vierte Deutsche die Aufnahme von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, weil sie dort keine Arbeit und kein Auskommen haben.

Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap befragte im Auftrag der ARD-„Tagesthemen“ am Montag und Dienstag telefonisch 1.004 Wahlberechtigte.

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