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NWZonline.de Nachrichten Politik

Geschichte: Menschenkette für Toleranz

15.02.2016

Dresden Mit zahlreichen Veranstaltungen haben die Bürger Dresdens am Sonnabend der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomber vor 71 Jahren gedacht. Damals starben Zehntausende Menschen.

Höhepunkt war am Abend eine Menschenkette, mit der rund 13 000 Bürger ein Zeichen für Miteinander und Toleranz setzten. Unter dem Geläut der Kirchenglocken verband sie am Abend beide Seiten der Elbe.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) forderte die Menschen auf, Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen. „Wer die Vergangenheit von vor über 70 Jahren von dem trennt, was wir heute in Teilen der Welt erleben, wer sein Herz gegenüber denjenigen verschließt, die bei uns Schutz suchen, der hat die Botschaft des 13. Februars nicht verstanden.“

Hilbert hatte zusammen mit einem breiten Bündnis aus Kirchen, Institutionen, Vereinen und Initiativen zu der Menschenkette aufgerufen. Diese führte erstmals auch durch den Zwinger und über den Theaterplatz vor der Semperoper, der in den vergangenen Monaten häufig die Kulisse für Demonstrationen des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses bildete. Auch Landtagspräsident Matthias Rößler, Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (alle CDU) reihten sich auf dem Theaterplatz ein.

Die Gedenkfeiern hatten am Vormittag mit Veranstaltungen an fünf verschiedenen Orten begonnen. Ein zentrales Gedenken der Stadt gab es diesmal nicht.

Dresden war eine Hochburg der Nationalsozialisten, die bei den Reichstagswahlen 1932 und 1933 in Sachsen besonders gut abgeschnitten hatten.

Wie in den vergangenen Jahren versuchten auch diesmal Rechtsextreme, das Gedenken zu missbrauchen. Einem Neonazi-Aufmarsch in einem Plattenbauviertel am Stadtrand stellten sich am Freitagabend Hunderte Bürger mit lautem Protest entgegen. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die Polizei war seit Freitag mit neun Hundertschaften stark präsent.

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