Meppen/Berlin - Als Reaktion auf den wochenlangen Moorbrand nach Waffentests im Emsland will das Verteidigungsministerium zusätzliches Löschgerät anschaffen und die Ausbildung der Soldaten verbessern. In einem internen Bericht, der am Dienstag Verteidigungspolitikern im Bundestag zuging, werden zudem materielle, personelle und organisatorische Defizite bei der Brandbekämpfung benannt. Sie hatte in der Spitzenzeit bis zu 1700 Einsatzkräfte beschäftigt.

Die mit Tests von Waffen und Munition beauftragte Wehrtechnische Dienstelle 91 in Meppen soll nun besser ausgerüstet werden: Sie erhält eine Drohne zur Überwachung des Testgeländes, zwei Moorraupen zur Bergung von Blindgängern und Munitionsresten, einen speziellen Bagger sowie den Bergepanzer „Büffel“. Es habe sich gezeigt, dass die „vorgehaltenen Fähigkeiten zur Vermeidung einer vergleichbaren extremen Großschadenslage nicht ausreichen“, heißt es in dem 42-Seiten-Papier.

Der Moorbrand hatte sich bei einem Waffentest mit einem Hubschrauber am 3. September entzündet und war erst am 10. Oktober gelöscht worden. Vom Hubschrauber „Tiger“ aus waren auf dem Übungsgelände – dem „größten vollinstrumentierten Landschießplatz Westeuropas“ – an mehreren Tagen 70mm-Raketen abgefeuert worden und hatten das Feuer entfacht. Das ist bei Munitionstests nicht ungewöhnlich. Aber: Eine von zwei Löschraupen war während der Tests in Reparatur, die zweite Maschine dann im laufenden Löscheinsatz ausgefallen. „Durch die zeitliche Verzögerung und aufkommende Winde konnte sich das Feuer an den Brandstellen weiter ausbreiten“, heißt es. Der Qualm zog seinerzeit bis nach Oldenburg und darüber hinaus.

Es habe allerdings auch falsche Einschätzungen gegeben: Zunächst wurde demnach „die Brisanz der Lage verkannt“. Die Öffentlichkeit sei nicht ausreichend informiert worden. Die Bundeswehr will die zivil-militärische Zusammenarbeit verstärken. Auch bei der Ausbildung des Führungspersonals der Bundeswehrfeuerwehr bestehe „Nachsteuerungsbedarf“.

Entwarnung gibt der jetzt vorgestellte Bericht für befürchtete gesundheitliche Folgen, aus der über lange Zeit weithin sichtbaren Rauchwolke: Für die Feuerwehrleute und die Bevölkerung habe keine akute Gesundheitsgefahr bestanden. Dies gelte auch für befürchtete Belastungen mit Quecksilber oder Radioaktivität. Die bisher entstanden Kosten des Brandes werden mit 7,9 Millionen Euro beziffert.

Wegen des Moorbrandes hat sich auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und am 21. September bei einer Durchsuchung auf dem Gelände der Militärdienststelle Datenträger und Protokolle sichergestellt. Vor möglichen eigenen disziplinarrechtlichen Untersuchungen wartet die Bundeswehr das Ergebnis der Ermittlungen ab.