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NWZonline.de Nachrichten Politik

Merkel in der Umfrageschlucht

06.08.2016

Berlin Kaum hat Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel ihren Urlaub in Südtirol angetreten, wo sie beim Wandern zwischen Bergen und Tälern abschalten und sich von den Strapazen der vergangenen Monate erholen will, dürften die jüngsten Umfragewerte ihre Stimmung getrübt haben. Die Kanzlerin im Sinkflug, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer, zuletzt ihr schärfster Widersacher in der Flüchtlingspolitik, im Aufwind. Alarmstimmung bei der Regierungschefin und ihren Beratern.

Knapp zwei Drittel der Deutschen stehen nicht mehr hinter ihrer Flüchtlingspolitik. Nur noch 34 Prozent halten sie für richtig. Im April waren es noch 42 Prozent. Die Regierungschefin büßt nach den jüngsten Terroranschlägen massiv an Popularität und Zustimmung ein. Laut ARD-Deutschlandtrend sind nur 47 Prozent zufrieden mit der CDU-Chefin und ihrem Kurs. Das ist ein Absturz von zwölf Prozent gegenüber dem Vormonat. Nur einmal in der laufenden Legislaturperiode war die Zustimmung mit 46 Prozent geringer gewesen. Die Schwäche der Kanzlerin – eine vorübergehende Flaute oder der Anfang vom Ende der Ära Merkel?

Gerade erst hatten CDU und CSU ihren monatelangen Flüchtlingsstreit beigelegt, bei einer gemeinsamen Tagung der Parteispitzen einen Burgfrieden geschlossen, da droht nun neuer Ärger. Merkel liegt plötzlich nur noch drei Prozentpunkte vor Seehofer, der ihren Kurs in der Flüchtlingskrise heftig kritisiert und sich zuletzt erneut von ihrem Credo „Wir schaffen das!“ klar distanziert hatte. Er kann sich über elf Prozentpunkte mehr Zustimmung als noch im Vormonat freuen und dürfte sich mit seinen Forderungen nach einer Kurskorrektur bestätigt fühlen.

Experten sehen nicht nur die wachsende Unsicherheit nach den Terroranschlägen in Bayern als Ursache für das Umfragetief. Auch Merkels Sommer-Pressekonferenz, bei der sie noch einmal ihren Flüchtlingskurs verteidigt und ihr Wir-schaffen-das-Bekenntnis bekräftigt hatte, habe dazu beigetragen. „Viele vertrauen der Kanzlerin nicht mehr“, erklärte Parteienforscher Karl-Rudolf Korte im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Merkel erkläre ihre Politik zu wenig, nur wenige glaubten noch an ihr „Wir schaffen das!“. „Sie hatte einmal einen Popularitätspanzer. Der scheint jetzt weg zu sein“, sagte er.

Der Druck auf die Kanzlerin wird größer, die sich noch nicht erklärt hat, ob sie 2017 noch einmal antritt. Dagegen hatte Bayerns Ministerpräsident kürzlich nicht ausgeschlossen, als CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl anzutreten. Seehofer ante portas? Zieht es ihn womöglich wieder nach Berlin?

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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