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NWZonline.de Nachrichten Politik

Merkel reist ins schmelzende Eis

17.08.2007

BERLIN /ILULISSAT Noch vor Jahren hätte man von einer Reise ins ewige Eis gesprochen Doch die zweitägige Exkursion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag und Freitag nach Grönland steht unter der Überschrift: Besichtigung der Klima-Katastrophe.

Merkel will sich auf der größten Insel der Welt, die von Eismassen bedeckt ist, über die Folgen des Klimawandels informieren. Grönland gehört zu den Regionen, die am stärksten von der Erderwärmung betroffen sind. Auf der zu Dänemark gehörenden Insel hat sich die Durchschnittstemperatur in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 1,5 Grad erhöht.

Die Kanzlerin hat die Reise in einem Zusammenhang mit ihrer Präsidentschaft im Kreis der führenden Industrienationen und Russlands (G 8) gestellt, wo der Klimawandel eines der Schwerpunktthemen ist. Die Opposition warnte die Kanzlerin indes davor, in der Umweltpolitik allein auf Symbole zu setzen.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer rügte: „Die Reisegruppe Merkel/Gabriel wird im schmelzenden Grönlandeis nicht das finden, das sie am dringendsten bräuchte: die politische Entschlossenheit zum konsequenten Handeln gegen den Klimawandel. Die Reise ist eine Flucht in die Inszenierung.“ Auch FDP-Chef Guido Westerwelle warnte vor dem „historischen Fehler“, die Umweltpolitik auf Symbolik zu beschränken.“

Das Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück. „Die Kritik ist absurd. Nirgendwo sonst kann man die Folgen des Klimawandels so unmittelbar erfahren wie in Grönland“, sagte Gabriels Sprecher, Tobias Dünow, dieser Zeitung. Auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte im Vorfeld der Reise dieses Argument genannt. Unter der Hand verlautet aus Regierungskreisen jedoch, dass man schon „schöne Bilder“ mit der Kanzlerin vor der beeindruckenden Kulisse Grönlands erwarte. Umweltpolitiker der Koalition hoffen derweil darauf, dass die dramatische Lage auf der Arktis-Insel Merkel so beeindruckt, dass sie im Streit zwischen Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) um das gemeinsame Klimapaket dem Niedersachsen den Rücken stärkt.

Nach ihrer Ankunft in Ilulissat an der Westküste Grönlands unternahm Merkel, die vom dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen als Gastgeber begleitet wird, eine Bootsfahrt durch den nahe gelegenen Eisfjord. Am Freitag steht ein Rundflug mit Zwischenlandung auf dem Eqi-Gletscher auf dem Programm.

Merkels Besuch ist aber nicht nur unter umweltpolitischen Gesichtspunkten zu sehen. Das zurückweichende arktische Eis macht den Weg frei für neue Schifffahrtslinien und ermöglicht die Erschließung bislang unerreichbarer Rohstoffvorkommen. Schon wetteifern Dänen, Norweger, Kanadier, Amerikaner und Russen um die besten Startpositionen. Es herrscht Goldgräberstimmung in der Arktis. Dass Merkel als amtierende G8-Präsidentin hier Interesse bekundet, hat mehr als nur Symbolkraft.

Klimaschutz – ein Anliegen von bundesKanzlerin Merkel

Erfahrungen im Klimaschutz sammelte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits in ihrer Zeit als Umweltministerin von 1994 bis 1998.

Im März 2007 setzte sie als EU-Ratspräsidentin durch, dass Europa eine Vorreiterrolle im Klimaschutz übernimmt: Bis 2020 sollen die Kohlendioxid-Emissionen um wenigstens 20 Prozent gesenkt werden. Auch die USA haben sich zur Notwendigkeit des Klimaschutzes bekannt.

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