Brokhausen - Mit einer Plakataktion haben Mieter der Siedlung Brokhausen am Freitagnachmittag auf den umstrittenen Verkauf der bundeseigenen Flugplatzsiedlung aufmerksam gemacht. Die Mieter, die sich zum Teil selbst um den Erwerb der von ihnen genutzten Immobilien bemühen, befürchten, dass sie ihre Häuser räumen müssen, wenn ein Großinvestor den Zuschlag erhält. „Wir wollen selber kaufen“ und „Verkauf an uns“ stand auf den selbst gemalten Plakaten. „Wir hoffen weiter auf Verhandlungen mit der Bima“, sagte Anwohner Max Lindenberg.

Wie berichtet, plant die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Paketverkauf trotz des Kaufinteresses von etwa 60 Mietern der 160 Häuser. Mit dem Thema hat sich auch der Petitionsausschuss des Bundestags beschäftigt. Der Ausschuss macht den Mietern wenig Hoffnung. Im Antwortschreiben wird auf die Stellungnahme des Finanzministeriums verwiesen. Darin heißt es: „Nach dem Ergebnis der bisherigen Untersuchungen wäre eine im Ergebnis nur teilweise Veräußerung von Mietwohnungen an die erwerbsinteressierten Mieter mit nicht vertretbaren Nachteilen und Risiken verbunden, so dass als Handlungsoption voraussichtlich nur der Paketverkauf verbleibt.“

Vor einem Verkauf muss jedoch erst noch die Erschließungssituation für die Siedlung geklärt sein. Die Straßen und Entwässerungskanäle, die derzeit dem Bund gehören, sollen an die Stadt Oldenburg bzw. an den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) übertragen werden. Stadt und Bima verhandelten am Donnerstag über Ablösebeträge. „Wir sind uns ein großes Stück näher gekommen“, sagte Wera Buhr, stellv. Leiterin des Bima-Büros Oldenburg, der NWZ . Sie hofft auf eine Klärung bis Ende Oktober. Es stünden aber auch noch Verhandlungen mit dem OOWV an. Sobald das Thema Straßen und Kanal abgeschlossen ist, will die Bima zu einer Mieterversammlung einladen. Die Ausschreibung werde voraussichtlich im nächsten Jahr veröffentlicht.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Krogmann unterstützt zusammen mit der SPD-Fraktion die kaufwilligen Mieter. „Die SPD stimmt im Rat nur dann einer Übernahme der Straßen zu, wenn es eine Oldenburger Lösung gibt.“ Eine solche Lösung könnte für ihn der Verkauf an die interessierten Mieter und an die GSG sein.