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NWZonline.de Nachrichten Politik

Mindestens 42 Kinder sollen unter den Opfern sein

27.05.2017

Damaskus Bei zwei Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition sind im Osten Syriens Aktivisten zufolge mindestens 106 Zivilisten ums Leben gekommen. Bei den Opfern handele es sich um Familien von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Mindestens 42 der Toten waren demnach Kinder.

Die Raketen hätten Häuser in dem von Extremisten kontrollieren Ort Al-Majadin getroffen, meldeten die Menschenrechtler weiter. Ein Angriff habe auch ein Verwaltungsgebäude gegolten und zehn IS-Kämpfer getötet. Die meisten Todesopfer seien Syrer und Marokkaner. Den Menschenrechtlern zufolge waren sie aus der nordsyrischen IS-Hochburg Al-Rakka nach Al-Majadin geflohen.

Die internationale Koalition fliegt seit September 2014 Angriffe gegen den IS in Syrien. Sie unterstützt derzeit die Offensive einer von Kurden angeführten Allianz auf Al-Rakka. Die Angreifer sind bis auf wenige Kilometer an die Stadt herangerückt.

Aktivisten hatten in dieser Woche von einer hohen Zahl getöteter Zivilisten bei Luftangriffen der Anti-IS-Allianz in Syrien und im Irak berichtet. Nach Angaben der Journalisteninitiative Airwars erreicht die Zahl der Todesopfer im März und April dieses Jahres den höchsten Stand seit Beginn der Luftangriffe im August 2014.

Airwars-Direktor Chris Woods erklärte, die Daten seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hätten einen „klaren Trend“ ergeben. Vor allem in Syrien scheine der Schutz von Zivilisten reduziert worden zu sein. Das US-Militär hat dagegen immer wieder erklärt, die Einsatzregeln unter Trump nicht geändert zu haben.

Am Donnerstag räumte das Pentagon ein, das bei einem Angriff der Anti-IS-Koalition am 17. März auf ein Gebäude im nordirakischen Mossul unbeabsichtigt mehr als 100 Zivilisten ums Leben gekommen seien. IS-Terroristen hätten in dem Gebäude Sprengstoff platziert. Weder die Kräfte der Koalition noch lokale Sicherheitskräfte im Irak hätten davon Kenntnis gehabt, dass sich in dem Gebäude Zivilisten versteckt hielten. Der Angriff sei mit Präzisionswaffen erfolgt.

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