Zetel - „Es besteht dringender Handlungsbedarf, wir haben die wesentlichen Schritte eingeleitet“, versicherte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies zum Thema „Ölunfall in Etzel“. Aktuelle Themen kamen zur Sprache beim Gespräch zum neuen Jahr, zu dem die Zeteler SPD eingeladen hatte. Das Mehrgenerationenhaus war am Freitagabend voll besetzt, als Olaf Lies sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer, Frieslands Landrat Sven Ambrosy und Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann auf dem Podium diskutierten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Carola Schede.
Etzel: Dank an Helfer
Auch die Besucher kamen zu Wort; Franz Kreutzburg von der Bürgerinitiative Etzel informierte über die aktuellen Hinweise zur Ölkatastrophe in Etzel (die NWZ berichtete). „Es ist noch vieles zu klären“, sagte Lies. Auf jeden Fall seien von Seiten des Betreibers „hohe Transparenz und ein großes Dankeschön geboten“. Nur mit großem Einsatz von THW und Feuerwehr habe Schlimmeres verhindert werden können, so Lies. „Die Helfer haben dafür gesorgt, dass das Weltnaturerbe Wattenmeer verschont geblieben ist“, schloss sich Ambrosy den Dankesworten an.
Breiten Raum nahm auch die Einrichtung der IGS an der Haupt- und Realschule Zetel ein. Schulleiterin Heike Neumann dankte für die Unterstützung und berichtete, dass im Kollegium fleißig an der Konzeption für die IGS gearbeitet werde. Ein „Wermutstropfen“ sei jedoch die fehlende Oberstufe, meldete sich Kreiselternvertreterin Wiebke Schröder zu Wort. Ambrosy kündigte an, dass die IGS in Zetel gut ausgestattet werde. Ein Ziel müsse die „echte Ganztagsschule sein“, sagte Lies.
Kritik an Schortens
Kritik in Richtung Schortens gab es beim Thema „Aquatoll“. „So geht man nicht miteinander um“, sagte Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann, „man sollte vorher eine Folgekostenabschätzung haben“. Er kündigte an, dass die Gemeinde Zetel genau hinschauen werde, wie sich der Landkreis entscheidet. Ambrosy sagte, dass der Kreis keine Betriebskostenzuschüsse zahlen könne, das sei eine gemeindliche Aufgabe.
Zusammenhalt der Region sei beim Thema „Hinterlandanbindung“ gefordert, waren sich Lies und Evers-Meyer einig. Lies kündigte an, dass er im Februar ein Gespräch mit Bahnchef Grube führen werde. „Seit 2001 bin ich wegen dieses Themas unterwegs, es geht so nicht weiter“, sagte er. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Sanierung der Bahnstrecke Varel-Sande vier Jahre dauere: „Das ist erschütternd, das machen wir nicht mehr mit.“ Von einer „unerträglichen Odyssee für Bahnreisende“ sprach Evers-Meyer. Die Bundestagsabgeordnete kam gerade aus Berlin und berichtete von ihrer neuen Tätigkeit im Haushaltsausschuss. „Mit der GroKo weht ein anderer Wind in Berlin“, sagte sie.
Moderatorin Carola Schede entlockte auch Olaf Lies Persönliches aus seinem ersten Jahr als Wirtschaftsminister. Die Besucher erfuhren, dass Lies „ein bisschen enttäuscht“ war von seiner ersten Rede im Bundesrat: „Da gibt es keine Emotionen, es wird nicht geklatscht.“ Umso mehr Beifall vom Publikum und ein Lob vom SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Fritz Schimmelpenning für die Teilnehmer der Podiumsdiskussion gab es in Zetel.
