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NWZonline.de Nachrichten Politik

Mit dem Dampfer vor den Bundestag

30.04.2005

Man hatte ihn lange nicht gesehen und nicht nur die Freunde hatten ihn vermisst. Jetzt hat Johannes Rau, wenngleich um einige Pfunde leichter, das Berliner Parkett wieder betreten. An der Seite seiner Ehefrau Christina besuchte der ehemalige Bundespräsident neben weiteren 1000 Ehrengästen ein Benefizkonzert zugunsten der Dresdner Frauenkirche im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Rau musste sich in den letzten Monaten nach einer Herz-Operation schonen. Für einen Politiker wie Rau, für den über Jahrzehnte die politische Bühne der Alltag war, ist eine solche, ärtzlich verordnete Zurückhaltung mehr als eine Geduldsprobe.

Joschka Fischer, von der Visa-Affäre geplagter Außenminister, hat seinen Humor nicht verloren. Hatte der Zeuge Fischer am Montag beim Marathon-Verhör im Untersuchungsausschuss mit Spitzen gegen die Opposition viele Lacher auf seiner Seite, so erlebten Beobachter den Ex-Sponti auch in den letzten Tagen als durch und durch selbstironischen Außenminister. Als er sich bei einer Podiumsdiskussion heftige Rededuelle mit dem Historiker Heinrich August Winkler über die EU-Perspektive der Türkei lieferte, ließ er wissen: „Seien Sie froh, dass Sie mich nicht zwölfeinhalb Stunden ertragen müssen." Solange hatte die Vernehmung im Untersuchungsausschuss gedauert.

Hans-Christian Ströbele, Grünen-Fraktionsvize aus Berlin-Kreuzberg und passionierter Zweiradfan, im Glück: „Hurra, mein Fahrrad ist wieder da", jubelt er auf seiner Homepage. Unbekannte hatten das Rad vor dem Reichstag entwendet, während der Grüne in einer Fraktionssitzung saß. Berliner Fahrradkuriere starteten daraufhin eine Suchaktion, wurden auf einem Flohmarkt fündig und brachten das für 20 Euro erstandene Diebesgut dem Besitzer zurück. Vor lauter Ärger über den Fahrrad-Klau soll Ströbele sogar die Bilder der Überwachungskameras am Bundestag angefordert haben, obwohl er eigentlich strikt gegen Kameras ist.

Kein Ende im Dauerstreit um den Anleger für Ausflugsboote am Bundestag: Berliner Reeder hatten satte 30 000 Euro investiert, um künftig in der Nähe des Reichstags Parlamentarier und ihre Besuchergruppen an Bord nehmen zu können. Doch das Landeskriminalamt (LKA) machte Spree-Kapitänen und Abgeordneten einen Strich durch die Rechnung – Sicherheitsgefahr, der teure Anleger liegt statt der geforderten 50 lediglich 38 Meter vom Paul-Löbe-Haus entfernt, in dem viele Parlamentarier ihre Büros haben. „Absurd, bürokratisch, nicht nachvollziehbar", schimpft der SPD-Abgeordnete Peter Danckert. Bei einem Ortstermin mit dem LKA wurde diese Woche ein Kompromiss gefunden. Zumindest Dampfer bis zu 30 Metern Länge sollen nun an den Pollern festmachen dürfen.

A. Pieper, R. Buchsteiner

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