Bookholzberg - Den letzten Anstoß gab ihr Mann Marco: „Er meinte, ich sollte meine guten Ideen nicht nur im Wohnzimmer äußern“, erzählt Dr. Anika Hoffmann lachend. Künftig kann die 40-Jährige aus Bookholzberg ihre Ideen im Gemeinderat vorbringen: Mit 612 Stimmen erzielte die Kinderärztin am 11. September das beste Ergebnis für die Grünen in der Gemeinde und das achtbeste aller 80 Bewerber.
Leben
Die gebürtige Delmenhorsterin hat in Hannover Medizin studiert, promoviert und in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule gearbeitet. Als die Zwillinge Pia und Cornelius (6) geboren wurden, beendeten die Eltern ihre Fernehe und zogen in Bremen zusammen. Dort fand die Kinderärztin Beschäftigung im Klinikum Bremen-Mitte, seit fünf Jahren hat sie eine Teilzeitstelle im wissenschaftlichen Bereich der Kinderklinik am Klinikum Oldenburg.
Weil ihr Mann in Bremen tätig ist, hielten die Hoffmanns Ausschau nach einem Wohnhaus zwischen beiden Arbeitsstellen und wurden vor gut einem Jahr in Bookholzberg an der Friedlandstraße fündig. „Wir wollten in eine gewachsene Wohngegend ziehen“, sagt Anika Hoffmann.
Politik
Politik spielt im Familienleben schon lange eine Rolle – bisher aber mehr für Marco Hoffmann, der in jungen Jahren stellvertretender SPD-Fraktionschef in Stuhr und später auch in Bremen für die Sozialdemokraten aktiv war. Seine Frau zog es indes nicht zur SPD: „Die Grünen sind für mich die modernere Partei“. Im Ganderkeseer Ortsverband sei sie sehr gut aufgenommen worden – und mit der „rot-grünen Koalition“ zuhause kommt das Paar gut klar.
Dass sie bei der Wahl dann als Neubürgerin derart viele Stimmen bekam, hat Anika Hoffmann selbst überrascht. „Ich habe nicht mal offensiv um Stimmen geworben, aber wohl die richtigen Themen angesprochen“, meint sie. Ihre Themen sind vor allem Bildung und Familie: „Gute Kitaplätze, vernünftige Schulbildung, zuverlässige nachschulische Betreuung – das trifft den Kern in einer Gemeinde, in der so viele Familien leben“, ist sie überzeugt.
Ziele
Folglich möchte Anika Hoffmann für die Grünen auf jeden Fall den Ausschuss für Soziales und Gesellschaft besetzen, der für Kindergärten und Horte zuständig ist. Sie wünscht sich mehr Flexibilität in den Einrichtungen: „Die Nachmittagsgruppen zum Beispiel sind von 14 bis 17 Uhr im Kindergarten“, erklärt sie, „das ist für viele Familien zu lange. Bezahlen müssen sie aber die volle Zeit.“ Das vorhandene Angebot müsse flexibler gestaltet werden.
Aber auch den Finanzausschuss kann Hoffmann sich vorstellen. „Und das Thema Gesundheit liegt mir beruflich schon nahe.“ Die Facharzt-Versorgung in der Gemeinde hält sie für ausbaufähig.
Wunsch
Anika Hoffmanns Vision von Ganderkesee ist „eine familienfreundliche, weltoffene Gemeinde mit guten Chancen für Groß und Klein.“
