Oldenburg - Eigentlich waren Landes- und Bundespolitik sein Ziel. Doch bei den parteiinternen Bewerbungen für eine Kandidatur hatte er sich nicht durchsetzen können („ich war einfach zu links“).
So kommt es, dass der Oldenburger Kommunalpolitik mit Bernd Bischoff ein engagierter und streitbarer Ratsherr erhalten blieb. Am Donnerstag feierte der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende und Geschäftsführer der gewerkschaftsnahen Bildungseinrichtung „Arbeit und Leben“ seinen 60. Geburtstag. Der SPD-Ortsverein Eversten würdigt seinen Vorsitzenden an diesem Sonnabend mit einem Empfang, zu dem auch Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) erwartet wird.
An der neuen Universität Oldenburg und mitten im erbitterten Streit um die Namensgebung Carl-von-Ossietzky-Universität hatte der Oldenburger in den 70er-Jahren politisches Engagement entwickelt. Als Führungsmitglied im Sozialistischen Hochschulbund empfahl sich der angehende Lehrer weniger für eine Anstellung im Öffentlichen Dienst als vielmehr bei den Gewerkschaften.
Nach dem Examen öffneten sich die Türen bei „Arbeit und Leben“ – die Voraussetzungen, sich politisch zu engagieren, waren gegeben.
Kommunikation mit Andersdenkenden und internationale Kontakte prägen Bischoffs Denken. Den direkten Draht zum Bürger hat er dennoch nie verloren.
Die Leidenschaft in der Sache verbindet Bischoff mit kühler Kalkulation in seinem Vorgehen. So beruht für ihn die politische Zusammenarbeit mit den Grünen zwar auf inhaltlichen Überschneidungen – aber auch auf einem Mangel an starken Partnern im bürgerlichen Lager.
„Man kann in der Politik etwas bewegen“, ist seine Überzeugung. Den Geschmack am Gestalten hat Bischoff auch mit 60 Jahren noch kein bisschen verloren.
