Kirchhatten - Die Gemeinde Hatten hat den entscheidenden Schritt zur Fairtrade-Gemeinde getan. Mit einem einstimmigen Beschluss – bei Enthaltung der CDU-Fraktion – hat der Rat beschlossen, dass künftig im Hatter Rathaus fair gehandelter Kaffee und Kakao angeboten werden.
Wie lautet die Idee?
„Wir müssen den Menschen in ihren Heimatländern helfen“, sagt Initiator Gerhard Suffert aus Sandkrug. Davon ist er angesichts der großen Flüchtlingsbewegungen mehr denn je überzeugt. Im Frühjahr 2016 hatte er Hattens Bürgermeister auf das Thema angesprochen und war „sofort auf offene Ohren gestoßen.“
Bleibt es bei Getränken?
Das ist das geforderte Minimum. In der Gemeinde selbst gibt es schon jetzt viel mehr Angebote: u.a. im Einzelhandel und bei Apotheken. Im Prinzip gibt es Produkte mit dem Fairtrade-Logo für alle Bereiche: „vom Scheitel bis zur Sohle“, wie Suffert sagt. Als Beispiel nennt er Arbeitskleidung oder auch Körperpflegeprodukte. Bürgermeister Christian Pundt betont, dass die Gemeinde künftig auch regional gehandelte Produkte stärker nutzen möchte.
Wie geht es weiter?
Ab jetzt übernimmt die Steuerungsgruppe mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Bürgern alle weiteren Maßnahmen in dem sich anschließenden Zertifizierungsprozess. Das Gremium setzt sich laut Gemeinde derzeit zusammen aus Gerhard Suffert, Maren Meyer, Helmut Rücker, Johannes große Beilage, Georg Heidler und Christian Pundt.
Ist der notwendige Zertifizierungsprozess durchlaufen, erhält die Gemeinde – wie schon ihre Nachbarkommune Wardenburg – die Auszeichnung als Fairtrade-Gemeinde.
Stimmen aus dem Rat
„Das ist eine unterstützenswerte Idee, die etwas gegen Kinderarbeit und Wirtschaftsflüchtlinge tut.“ Michael Stegmann (FHL).
„Nichts gegen Fairtrade, aber die Händler sollten auch an die regionalen Anbieter denken.“ Adolf Oltmann (CDU).
„Ja, Probleme wie Kinderarbeit sind eine Weltangelegenheit. Aber betroffen sind alle Ebenen. Veränderungen können und müssen im Kleinen geschehen.“ Axel Brammer (SPD).
„Jedes Handeln fängt in der Familie an und kommt der Gemeinde, aber auch der ganzen Welt zugute. Die Gemeinde sollte künftig auch bei Ausschreibungen die Produktionsbedingungen der Waren berücksichtigen. Die Initiative holt Menschen aus moderner Sklaverei.“ Susann Kügler (Grüne).
„Fairtrade ist eine gute Idee, die aber in Einzelfällen auch zum Geldverdienen genutzt wird.“ Thomas Schulze (CDU).
„Das ist ein guter Antrag. Die Kritiker können gerne in die Steuerungsgruppe kommen und dann mitentscheiden.“ Gerrit Edelmann (SPD).
„Die Gemeinde unterstützt die Lenkungsgruppe. Wir sind auch der Meinung, dass der regionale Handel unterstützt werden muss.“ Christian Pundt (Bürgermeister).
