Elsfleth - Mit der Frage wie vor allem junge Flüchtlinge in die Arbeitswelt integriert werden können beschäftigten sich am Montag CDU-Landtagsabgeordneter Björn Thümler (Berne) und Werftchef Klaus Wiechmann gemeinsam mit weiteren CDU-Mitgliedern bei einem Termin auf der Elsflether Werft.
Schon seit rund einem Jahr hätten sich Thümler und Wiechmann gemeinsam mit diesem Thema beschäftigt, erzählte Björn Thümler. Die Bürokratie stehe sich oft selbst im Weg. Damit Konzepte aufgehen können, müsse man vor allem aus Sicht der Betriebe auf die Flüchtlingssituation blicken, befand Thümler. Nur so könne man verhindern, dass Frust entstehe.
Ein erfolgsversprechendes Konzept ist im alten „Casino“ an der Elsflether Werft bereits angelaufen. Dort sind Zurzeit neun unbegleitete jugendliche Flüchtlinge in einem von der Caritas geleiteten Wohnheim untergebracht (die NWZ berichtete).
Die Caritas habe die Ankunft der Jugendlichen sehr gut vorbereitet. Er und seine Mitarbeiter haben die Bewohner als sehr freundlich und nett kennengelernt, berichtete Wiechmann und drückte außerdem seinen Respekt für all jene aus, die sich tagtäglich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Wenn die Jugendlichen aus dem Wohnheim zu einem Praktikum auf der Werft bereit seien, seien sie sehr willkommen, sagte der Werftchef deutlich.
Wiechmann, Thümler und die Gäste nutzten die Gelegenheit, sich die Räumlichkeiten des neuen Wohnheims anzuschauen. Gruppenleiterin Ute Schwarz und der stellvertretende Gruppenleiter Dirk Schrader erzählten aus ihrem Alltag mit den jungen Flüchtlingen. Die Lage in direkter Nähe zur Stadt aber dennoch etwas abseits gelegen, so dass sich niemand gestört fühle, wenn einmal die Musik etwas lauter aufgedreht werde, sei ideal, lobte Schwarz, die damit eine Situation ansprach, die wohl allen Eltern von Teenagern bekannt sein dürfte. Die Jugendlichen – alle aus Afghanistan – hätten sich gut eingelebt und fühlen sich wohl, konnte Schwarz berichten. Im Wohnheim hätten sie einen ganz normalen Tagesablauf wie in jeder Familie mit schulpflichtigen Kindern.
Sechs der Jungen besuchen die Oberschule in Elsfleth, drei gehen zum Gymnasium in Brake. Auch Schwarz zeigte sich der Idee eines Praktikums auf der Elsflether Werft offen.
Einige der Jugendlichen hätten schon eine Vorstellung davon, was sie später einmal beruflich machen möchten, erzählte sie. Eine Ausbildung aber auch schon das Schnuppern in einen Beruf durch ein Praktikum würde helfen, sprachliche Barrieren abzubauen und den Kontakt zu ihren Mitmenschen zu fördern, waren sich schließlich alle Anwesenden einig.
