Barßel - Die Mitglieder des Gemeindeelternrats der fünf Kindergärten in der Gemeinde Barßel sind empört. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass sich in einer Regel-Kita-Gruppe für Kinder ab drei Jahren 25 Kindern befinden, für deren Erziehung lediglich zwei Erzieherinnen zuständig sind.

Aus diesem Grund macht der Gemeindeelternrat mobil: „Wir haben uns nun entschlossen, die niedersächsische Volksinitiative für eine bessere Betreuung in Kitas zu unterstützen. Die Anforderungen an die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, die Rahmenbedingungen sind aber nicht besser geworden“, erklärt der Vorsitzende des Gemeindeelternrates, Mathias Jansen. Qualitativ gute Arbeit zu leisten sei mit zwei Fachkräften pro Gruppe kaum möglich. „Wir fordern drei pädagogische Kräfte pro Gruppe, um die positive Entwicklung der Kinder optimal unterstützen zu können“, erklärt Elternratsmitglied Judith Vey-Höwener. Deshalb wird der Elternrat in den nächsten Wochen und Monaten Unterschriften sammeln. „Wir werden nicht nur die Eltern ansprechen, sondern die gesamte Bevölkerung. Es geht um die Zukunft der Kinder im Gemeindegebiet. Da sollten sich alle engagieren und Druck auf die Politiker in Hannover ausüben, damit der Landtag das Kindertagesstätten-Gesetz überarbeitet“, ärgert sich Silvia Buddiek, die Vertreterin des Kindergartens St. Anna Neuland.

Zu beobachten sei eine immer größer werdende Unzufriedenheit bei Erziehern, auch Überforderung, auch Langzeiterkrankungen treten immer häufiger auf. „Das wollen wir so nicht mehr hinnehmen“, sagt die Barßeler Elternschaft.

Auch von den Kindertagesstätten wird die Aktion getragen: „Für drei Fachkräfte scheint man im Moment in Hannover wohl kein Geld zu haben. Darunter leiden die Kinder, denn es wird so sein, dass wir nicht jedem Kind genügend Aufmerksamkeit schenken können“, meint die Leiterin der Kita Barßel, Nicole Heese.

Ziel der Unterschriftenaktion ist es, die neu zu wählenden Landtagsabgeordneten mit diesem Thema im Landtag zu konfrontieren, damit das niedersächsische Kindertagesstättengesetzt reformiert wird. Rund 70 000 Unterschrift sind für das Volksbegehren erforderlich.