Hannover - Niedersachsens CDU zieht mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen an der Spitze in die Bundestagswahl im September. Die Liste der Kandidaten wurde mit 106 von 114 Stimmen gebilligt, wie CDU-Generalsekretär Ulf Thiele am Samstag im Anschluss an den Parteitag in Hannover sagte. Von der Leyen hatte ihren ursprünglich geplanten Auftritt bei der Pressekonferenz abgesagt - aus terminlichen Gründen, wie es hieß. Die Verteidigungsministerin steht derzeit wegen der Affäre um den rechtsextremen Bundeswehroffizier Franco A. unter Druck.

Von der Leyen hatte die Niedersachsen-CDU bereits 2013 als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf geführt. Listenplatz zwei erhielt Michael Grosse-Brömer. Der 59 Jahre alte Jurist aus dem Wahlkreis Harburg ist parlamentarischer Geschäftsführer der Bundes-CDU. Der dritte Platz ging an Enak Ferlemann (54). Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium wurde bereits als Direktkandidat in seinem Wahlkreis Cuxhaven-Stade II nominiert.

Die CDU legte auch ihre Liste für die Landtagswahl fest. An der Spitze steht der niedersächsische CDU-Vorsitzende Bernd Althusmann. Er wird am 14. Januar 2018 Herausforderer von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Unser Ziel für die beiden Wahlen lautet, dass wir stärkste Kraft in Niedersachsen bleiben“, sagte Althusmann. Ohne die CDU solle keine Regierungsmehrheit möglich sein. Den Vorwurf seines Kontrahenten Weil, die niedersächsische CDU sei seit seiner Nominierung nach rechts gerückt, wies Althusmann zurück. „Absurder geht es nimmer. Wer mir unterstellt, dass ich für einen Rechtsruck stehen soll, der ist unredlich.“

Platz zwei auf der Liste für die Landtagswahl erhielt der CDU-Fraktionschef Björn Thümler, vor der Landtagsabgeordneten Editha Lorberg aus dem Wahlkreis Garbsen/Wedemark auf Platz drei.