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NWZonline.de Nachrichten Politik

BUNDESPRESSEBALL: Mit Zigarre, Frack und Orden

27.11.2009

BONN /BERLIN 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, 60 Jahre Bundespressekonferenz, 60 Jahre Bundespresseball: Er findet statt am heutigen Freitag im Hotel Interconti in Berlin. „KrisenFest“ haben die Organisatoren das Motto des Balles getauft. „Wir trotzen der Krise und feiern ein Fest“, so steht es im „Glanz“, dem Magazin zum Bundespresseball.

„Verdammt lang her“, seit der erste Bundespresseball am 10. Dezember 1949 und zwar im Kurhaus von Bad Neuenahr gefeiert wurde. Das war der einzige passende Saal in der Region, der nicht vom Krieg zerstört war und der 1000 Gäste aufnehmen konnte.

Hasenpastete und Eier

Passend dazu spielt und singt in diesem Jahr die kölsche Rockband BAP, die Erfinderin und Interpretin des oben genannten Songs. BAP mit Wolfgang Niedecken, ein Stück deutscher Zeitgeschichte wie Bonn. Eine Band, die seit 30 Jahren politische Themen besingt wie „Kristallnaach“ und das Leben im Lande auf kölsche Art wiedergibt. Auch in Berlin.

Zurück zum Anfang. Da kann man bei Margot Mende, der Frau des späteren FDP-Vorsitzenden und Bundesministers nachlesen, als was der Ball auch empfunden wurde. Das Ereignis, zu dem sich die neu gegründete Bundespressekonferenz die Ehre gab, zum ersten Bundespresseball einzuladen, sollte dazu beitragen, das gereizte Klima und das politische Missvergnügen aneinander zu mildern.

Da kamen sie nun alle, schreibt Margot Mende weiter, die Minister und Abgeordneten mit ihren Dienstwagen mit und ohne Stander, die Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst und – damals noch eine Sensation- die ersten Botschafter aus der Schweiz, aus Skandinavien und die alliierten Hochkommissare. Deutschland war besetzt.

Ehrengast damals wie heute der Bundespräsident. Theodor Heuss erschien mit der unvermeidlichen Zigarre.

Margot Mende bemerkt in ihrem Stück nicht ohne Kritik das große kalte Buffet, die gedruckte Karte dazu las sich wie aus dem Schlaraffenland. Putenbrust, Hasenpastete Westmoreland, gefüllte Eier mit Langusten, westfälischer Katenschinken, Salat Anita und das alles ohne Marken, die zwar nicht mehr überall gefordert wurden, aber noch nicht abgeschafft waren.

Es waren die Jahre, da waren die Bundespressebälle auch ein Stelldichein der Stars und Sternchen. Die 16-jährige Romy Schneider tanzte mit Erich Mende. Lilian Harvey trat auf, Conny Froboess, Hildegard Knef, Josephine Baker, Carl Zuckmayer, der Boxer Max Schmeling. Und dann die politische Elite: Heuss, Ludwig Erhard, Franz Josef Strauß, Erich Ollenhauer, Carlo Schmid und viele viele mehr.

Der Bundespresseball war das Top-Ereignis der Republik. Man kam in Frack oder Smoking, mit Orden behängt, die Damen erschienen in langen Abendkleidern.

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Gereizter Helmut Kohl

Der Ball wechselte später nach Bonn. Kanzler Helmut Kohl wirkte oft gereizt und auch Außenminister Joschka Fischer war kein Ausbund an Fröhlichkeit auf den Bällen. Gerhard Schröder zog es später vor, zu Hause zu bleiben – wie aktuell auch Kanzlerin Angela Merkel. Seit 1999 wird im Berliner Interconti gefeiert. Auch in diesem Jahr wieder ohne die Kanzlerin Angela Merkel. Erwartet werden 2500 Gäste, darunter Bundespräsident Horst Köhler. Sage einer, Berlin wäre nicht krisenfest.

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