Rastede - „Ich glaube, dass es in Rastede keine Kultur der Beteiligung gibt“, sagt Udo Frigger. Der Sprecher der Initiative „Zukunftsbürger für Rastede“ meint, es sei nicht gewünscht, dass Bürger sich zu wichtigen Themen eigene Gedanken machen und diese zur Diskussion stellen wollen. „Ich habe das Gefühl, da läuft nur eine Mechanik ab und wir können keinen Einfluss nehmen.“

Mitreden und mitdenken: Genau das möchten die „Zukunftsbürger“ aber. Und eine Frage steht dabei im Mittelpunkt: Wie soll Ras­tede sich entwickeln? Um dieses Thema ging es deshalb am Mittwochabend im Akademiehotel auf Einladung der „Zukunftsbürger“.

Die Initiative, die sich für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung stark machen will, ist aus der Hankhauser Initiative hervorgegangen, die sich vor mehr als eineinhalb Jahren gegen die Erweiterung des Neubaugebietes „Südlich Schlosspark“ ausgesprochen hatte.

Pastor im Ruhestand Klaus von Mering schloss sich Friggers Auffassung über die Möglichkeiten der Beteiligung an. Er sei der Meinung, dass die Institutionen Veränderungen blockieren würden. Alle seien in ihrer Meinung sehr festgelegt. Gleichwohl warb Christoph Schmidt von der Bürgerinitiative Ipwegermoor dafür, Ideen zu sammeln – ungeachtet der Tatsache, ob diese realisierbar oder finanzierbar seien. Er sei sich sicher, dass man mit guten Ideen Aufmerksamkeit erregen könne.

Der Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises, Bernd Meyer, regte an, zu überlegen, wie diese Ideen wirksam gemacht werden können. Seiner Meinung nach bestünden im Bereich Kultur wesentlich mehr Chancen, etwas zu erreichen, als bei harten Themen wie der Verkehrsplanung oder der Entwicklung von Baugebieten.

Meyer Auffassung nach liege in der Öffnung des Schlosses für Besucher ein unheimliches Potenzial für Rastede. Die jetzt gefundene Regelung sei noch nicht optimal. Peter Gmähle sah dies ebenso und forderte eine regelmäßige Öffnung und nicht nur einmal im Jahr, wenn es dem Haus Oldenburg genehm sei.

Die Verkehrssituation im Ortskern kritisierte derweil Stefan Hein. „Es macht keine Freude hier einzukaufen, weil man ständig in Sorge ist, dass man von einem Trecker überfahren wird.“ Er frage sich, warum der Hauptverkehr in alle Richtungen über die Oldenburger Straße führen muss.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede