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Energie Mittagessen mit dem OB hat Folgen

Thorsten Kuchta

Oldenburg - Es gab da dieses legendäre Mittagessen im Altera 2004. Der damalige Oberbürgermeister Dietmar Schütz hatte Experten und Unternehmer aus dem Bereich der Erneuerbaren Energie an einen Tisch geholt. Er blickte in die Runde und fragte: „Kennt ihr euch eigentlich?“ Es folgte Kopfschütteln – und die Erkenntnis, dass man daran etwas ändern müsste. Wenig später wurde das Netzwerk „Olec“ gegründet: Der Oldenburger Energie-Cluster – seit zehn Jahren ein Erfolgsmodell.

Am Freitag erinnerte der heutige Olec-Vorstandsvorsitzende Roland Hentschel beim Neujahrs-Networking im Fürstensaal der Klinkerburg am Bahnhof an die Anfänge – und ernannte Schütz zum Ehrenmitglied. Schütz, der im Bundestag einer der Architekten des Erneuerbaren-Energiegesetzes war und nach seiner OB-Zeit Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) war, nahm dies sofort als Einladung, im Olec tatkräftig mitzuarbeiten.

Landeszuschuss fraglich

Zuvor hatte Hentschel ein wenig Wasser in den Wein zur Zehn-Jahres-Feier gegossen: Die Finanzierung von Olec sei für 2015 noch nicht gesichert, unter anderem, weil der Haushalt der Stadt noch nicht verabschiedet sei. Und: Die Pläne der Landesregierung, künftig nur noch landesweit operierende Netzwerke finanziell zu fördern, sei ein Rückschlag für Olec. Das Netzwerk sei zwar das landesweit einzige, das technologieübergreifend an der Stärkung der Erneuerbaren Energien arbeite, aber nicht landesweit tätig. Er forderte die Landesregierung auf, hier nachzujustieren – „oder wir werden ein niedersächsischer Cluster. Nilec statt Olec – das können wir auch.“ Zugleich appellierte er an die Stadt, ihren Anteil an der Finanzierung beizubehalten.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann nahm den Ball auf: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass der städtische Anteil bestehen bleibt.“ Die Landespläne hätten ihn überrascht, sagte Krogmann – er habe als Mitglied des Landtags stets für regionale Förderung gestritten.

Krogmann setzt sich ein

„Olec bündelt nicht nur Kompetenzen, es stößt stets auch neue Entwicklungen an, und gilt in den Niederlanden als Vorbild“, sagte er. Davon profitiere auch das Land. Er werde als OB in Hannover für eine weitere regionale Förderung Einfluss nehmen „und das empfehle ich auch den Landtagsabgeordneten.“

Schütz erinnerte daran, dass Olec 2004 „nicht bei Null“ angefangen habe. Das inzwischen schon legendäre Energie-Labor der Universität, Offis und mehrere Unternehmer seien bereits auf dem Feld der erneuerbaren Energie unterwegs gewesen. Die Wirtschaftssparte sei in Oldenburg und der Region bis heute mittelständisch geprägt und sehr erfolgreich. Um diese Struktur zu sichern, müsse die Bundesregierung ihre Reformpläne für 2017 überdenken, sagte Schütz. Dann sollen zunächst Solaranlagen, später möglicherweise auch noch Windparks ausgeschrieben werden.

„Er ist wieder da“

Durchsetzen werde sich der Bewerber, der die geringste Fördersumme brauche. „Es ist zu befürchten“, so Schütz, „dass sich dann Konzerne gegen Mittelständler oder Bürgergenossenschaften durchsetzen“, sagte Schütz. Das würde die Strukturen in der Region gefährden. Zudem wäre es für die Energieregion Nordwest ein Schritt nach vorn, wenn sich ein Fraunhofer Institut mit dem Schwerpunkt Energie in Oldenburg ansiedeln würde.

Hentschel kommentierte Schütz’ Rede so: „Er ist wieder da!“

Schütz’ Nachfolger im Amt des BEE-Präsidenten, Fritz Brickwedde aus Osnabrück, sagte zu Schütz’ Forderungen: „Es ist ja selten, dass ein Christdemokrat aus Osnabrück und ein Sozialdemokrat aus Oldenburg sich so einig sind – aber ich kann das alles unterschreiben.“

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