MOORRIEM - Das Oldenburger Land ist als Pferdeland weit über die Grenzen Niedersachsen bekannt – und die Wesermarsch mit ihren saftigen Weiden hat den Ruf, dass sich Pferde hier ganz besonders gut erholen können. Die Folge: Pferdepensionen sind im Kreis weit verbreitet. „Diese hervorragenden Bedingungen, unsere Lage im ländlichen Raum und dann noch in unmittelbarer Nähe zu einer Reithalle sind Faktoren, die uns bestärken, auch auf eine tiergestützte Pädagogik nicht zu verzichten“, sagt Renate Schmitt-German, Leiterin der Kindertagesstätte „Lüttje Moorriemer“.
Und dass das Konzept des heilpädagogischen Reitens greift, wird beim Blick auf den Reitplatz in Moorriem schnell deutlich: Reitpädagogin Corinna Wening führt das Pferd „Narzisse“ an der Lounge – und die Kinder der Moorriemer Reitgruppe verfolgen gebannt, was passiert. „Das Pferd hat einen hohen Aufforderungscharakter. Es fördert die aktive Auseinandersetzung und nimmt das Kind so an, wie es ist. Es bietet Interaktionsmöglichkeiten. Dies hat eine positive emotionale Wirkung auf das Kind und setzt dadurch erwünschte soziale Lernprozesse in Gang an und es gibt dem Kind Gelegenheit für Nähe“, sagt Wening, die an diesem sonnigen Vormittag von ihrem Praktikanten Rene Schmitt unterstützt wird.
Seit drei Jahren setzt die Kita Moorriem auf das heilpädagogoische Reiten in 10er bis 11er Gruppen, die zehn Wochen lang in diesem Projekt betreut werden. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kinder lernen in einer Gruppe und machen gemeinsame Erfahrungen. Das Sitzen auf dem Pferd führt zu einer konkreten Selbsteinschätzung. Die Kinder lernen ihre Grenzen kennen. Gerade schüchterne Kinder werden im Sattel mutig. Sie merken, dass sie etwas können,womit sie so gar nicht gerechnet haben.“
„Es ist großartig, wie die Kinder mit dem Pferd arbeiten. Es ist eine tolle Sache und deshalb unterstützen wird diese Projekt gern“, sagen die Lions Dr. Hartmut Bode, Manfred Fischer und Holger Klukas. Die drei Mitglieder haben sich im Lions-Club Nordenham-Elsfleth dafür stark gemacht, dass die Gruppe mit elf Reithelmen ausgestattet wird. „Das Geld stammt aus dem Adventskalender-Verkauf und ist wirklich sehr gut angelegt“,sagt Dr. Bode. Zugleich weist er darauf hin, dass die Lions-Planungen für den Adventskalender 2010 schon lange laufen.
