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NWZonline.de Nachrichten Politik

Drohungen und Netz-Hetze gegen Politiker

11.05.2016

Hannover Der Tod des Munsteraner Wolfs „Kurti“ hat zu einer Welle von Attacken im Internet durch „Wolfs-Freunde“ auf niedersächsische Politiker geführt. Üble Beleidigungen gegenüber Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), der die Entnahme des aggressiven Tiers angeordnet hatte, gehören ebenso dazu wie Bedrohungen gegen Politiker im Umweltausschuss.

Lutz Winkelmann (CDU) und Gero Hocker (FDP) werden von einer Flut von E-Mails („Betreff: Hinrichtung der Wölfe“) überrollt. „Unfassbar“, sagt Hocker der NWZ : „Viele dieser Wolfsfreunde schreiben aus Bayern oder Baden-Württemberg.“ „Wolfs­fanatiker“ nennt Winkelmann diese Schreiber.

Auch Wenzel schluckt schon wegen „manch’ harter Reaktion“. Eine „persönliche Bedrohung habe ich aber noch nicht erhalten“, sagt er. Der Umweltminister muss sich jedoch „sinnloses Abschlachten vom Aussterben bedrohter Tiere“ vorwerfen lassen.

Von „Trauer und Entsetzen“ ist in den E-Mails die ­Rede: „Was hat der Wolf getan, um zum Tode verurteilt zu werden, (...) während Mörder und Vergewaltiger mit vergleichsweise lächerlichen Strafen davonkommen?“ „Jetzt ist eine Hemm­schwelle, weitere Wölfe in Deutschland zu töten, nicht mehr vorhanden“, meint ein anderer.

Auch das „Oberarztsekretariat“ einer „Klinik für Psychiatrie“ reiht sich ein in den Chor der Kritiker: Der Wolf „war unschuldig und ist getötet worden“. Für einen zornigen Schreiber belegt der Fall „Kurti“ sogar, wie Politiker mit den Bürgern umgehen: „Werden wir als nächstes von Ihnen abgeschossen?“

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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