MOSKAU - MOSKAU - Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Rennen um seine Nachfolge 2008 endgültig die Richtung vorgegeben. Im Halbfinale sind zwei Schwergewichte der russischen Politik: Ex-Verteidigungsminister Sergej Iwanow (54) und Putins früherer Stabschef Dmitri Medwedew (41). Als Startplattform sind beide mit dem Posten eines Ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten versehen, beide verantworten in der Regierung milliardenschwere Projekte. Putin löste damit sein Versprechen ein, für die Wahl im März 2008 nicht einen einzigen Nachfolger zu präsentieren, sondern mehrere Kandidaten.
Am Tag nach der Regierungsumbildung waren sich alle Moskauer Beobachter einig: Putin habe seinen Weggefährten Iwanow als Verteidigungsminister entlassen, um ihn aus der Schusslinie öffentlicher Kritik zu nehmen. Die russische Armee mit ihrem brutalen Dienstalltag ist jederzeit für Skandale gut. Der andere Kandidat Medwedew darf schon seit Monaten mit guten Nachrichten im Fernsehen auftreten. Er verantwortet die „nationalen Projekte“ Wohnungsbau, Bildung und Medizin. „Medwedew schenkt den Müttern Kinder, Iwanow nimmt sie ihnen weg“ – das sei auf die Dauer ein so ungleicher Wettbewerb wie „zwischen Sprint und Sackhüpfen“ gewesen, schrieb der Militärexperte Alexander Golz.
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