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NWZonline.de Nachrichten Politik

Alternative zur Ferkel-Kastration

19.10.2019

Münster Millionen männlicher Ferkel in Deutschland erleben wenige Tage nach ihrer Geburt eine schmerzhafte Operation: Sie werden ohne Betäubung kastriert. Der von Tierschützern scharf kritisierte Eingriff ist aus Sicht der Bauern nötig, weil das Fleisch einiger männlicher Schweine einen unangenehmen Geruch entwickelt, wenn sie älter werden. Die Bauern suchen jedoch verstärkt nach Alternativen – weil die emotionale Debatte dem Image der Branche schadet und ein gesetzliches Verbot der betäubungslosen Eingriffe ab 2021 näher rückt.

Bisher gebe es keine befriedigende Lösung für den Ausstieg aus der Kastration, schrieben die nordwestdeutschen Sauenhalter vor Kurzem in einem gemeinsamen Brief. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, gibt’s uns in zehn Jahren nicht mehr“, sagt der Geschäftsführer des größten deutschen Ferkelzuchtbetriebes LFD, Jörn Göbert, der Deutschen Presse-Agentur.

Wie Göberts Betrieb aus Sachsen-Anhalt wollen auch die Bauernverbände der großen Schweinezuchtländer Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam weg von der Kastration.

Als „bessere Alternative“ biete sich an, das Wachstum der Schweinehoden mit einer Immunbehandlung zu blockieren, sodass die Tiere bis zum Zeitpunkt der Schlachtung noch keinen Geruch entwickeln, sagte Bernhard Schlindwein, Vize-Hauptgeschäftsführer des westfälisch-lippischen Bauernverbandes in Münster. Das Fleisch dieser Tiere sei „aromatisch und nach Aussage von Vermarktern als Frischfleisch und für die Vermarktung geeignet“. Daneben könne man Jungeber auch ohne Kastration mästen, übelriechende Tiere schlicht aussortieren und in der Verarbeitung für andere Produkte verwenden. Voraussetzung sei natürlich, dass die großen Lebensmittelkonzerne mitspielen, die das Fleisch abnehmen. Hier gebe es gute Signale, sagte Schlindwein.

Auf die Ferkel-Kastration verzichteten die meisten Betriebe in Spanien sowie in den Niederlanden. Ein Hinweis „ohne Kastration erzeugt“ könne im Handel ein wirkungsvolles Qualitätssignal für den Verbraucher setzen, schlug Göbert vor.

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