Münster/Oldenburger Land - Die katholische Kirche wertet den Katholikentag in Münster als Erfolg und erhofft sich eine Image-Aufbesserung. Beim fünftägigen Laientreffen mit rund 90 000 Besuchern sei deutlich geworden, dass die Kirche in der Öffentlichkeit „präsent“ sei und sich mit den Themen, „die die ganze Welt“ bewegten, beschäftige, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Dies sei nicht nur innerkirchlich eine wichtige Botschaft, sondern auch ein „Zeichen nach draußen“. Der Katholikentag habe „einen Raum für einen differenzierten Dialog“ geboten, „der kaum mehr in unserer Gesellschaft zu finden ist“.

Nach mehr als 1000 Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen ging der 101. Katholikentag am Sonntag mit einem Festgottesdienst am Münsteraner Schlossplatz zu Ende. Die Zusammenkunft stand nicht nur im Zeichen innerkirchlicher Konflikte, sondern war nach dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auch politisch aufgeladen. Das Katholikentags-Motto „Suche Frieden“ bekam auf diese Weise einen ganz aktuellen Aufhänger.

Durch lebhafte Debatten habe der Katholikentag einen Kontrapunkt nach zuletzt etlichen Negativschlagzeilen über die Kirche gesetzt, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. „Er hat das frische und aufgeweckte Gesicht der Kirche gezeigt, herausgestellt, welche Potenziale in ihr stecken, jenseits von Finanzskandalen und Missbrauchsfällen.“

So nutzten auch Katholiken aus dem Oldenburger Land das Treffen, sich als Teil des Bistums Münster zu präsentieren – mit Geschichten von der Kirchenarbeit auf Deutschlands größtem Küsten-Campingplatz in Schillig, Talkrunden auf Plattdeutsch und Reimen vom Südoldenburger Carneval, vorgetragen von Dammes Pastor Heiner Zumdohme mit Narrenkappe: „Als wir in Damme anfingen, Karneval zu feiern, da war man am Niederrhein noch auf den Bäumen am Eiern.“

Keine abschließende Lösung brachte der Katholikentag indes im Streit um die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der Kommunion in katholischen Gottesdiensten. Dort könnte es darauf hinauslaufen, dass Bistümer künftig eine unterschiedliche Praxis dazu handhaben.