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NWZonline.de Nachrichten Politik

So ermöglichte die Kirche Missbrauch

29.11.2018

Münster Der 2013 gestorbene Bischof des Bistums Münster, Reinhard Lettmann, hat in den 70er Jahren einen verurteilten pädophilen Priester versetzt und damit neuen sexuellen Missbrauch ermöglicht. Das teilte das Bistum Münster am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung in der betroffenen Kirchengemeinde in Rhede im westlichen Münsterland mit. Der 1964 zum Priester geweihte Mann wurde nach Informationen des Bistums 1968 vom Landgericht Bochum zu einer Bewährungsstrafe wegen Unzucht mit einem abhängigen Kind verurteilt. Dennoch versetzte Lettmann – damals Generalvikar des Bistums – den Kaplan 1971 nach Rhede. Dort verging sich der Priester nach Bistumsangaben an zahlreichen Kindern. Die genaue Zahl ist nicht bekannt.

Der stellvertretende Generalvikar des Bistums, Jochen Reidegeld, bat die Opfer in Rhede bei der Versammlung im Namen von Bischof Felix Genn um Vergebung. Reidegeld forderte seine eigene Kirche auf, Frauen den Zugang zu Ämtern möglichst schnell zu ermöglichen und Strukturen wie „Männerbünde“ aufzubrechen, die als Ursache der Vertuschung für den Missbrauch in der Kirche gelten.

Hermann Kahler, ehemaliges Mitglied der Missbrauchskommission des Bistums, berichtete am Dienstagabend von zahlreichen Fällen des Missbrauchs durch den Priester, der vor elf Jahren gestorben ist. Ihn würden immer wieder Anrufe von Betroffenen erreichen, die missbraucht wurden, sagte Kahler. Darunter immer wieder Opfer aus der Kinder- und Jugendarbeit der Kirche.

Kahler schilderte, wie der Priester Auflagen bei Versetzungen ignorierte. „Er hat Grenzen überschritten, aber es gab keine Konsequenzen. Es fehlte an einem Konzept, ihn zu beaufsichtigen. Es fehlte ein fundiertes Reintegrationskonzept“, sagte Kahler. Die Missbrauchsfälle in Rhede seien bislang juristisch nicht aufgearbeitet worden, „die Beweislage aber ist erdrückend“.

Kahler warf der früheren Bistumsleitung vor, nicht gehandelt zu haben, und so die Voraussetzungen für neuen Missbrauch geschaffen zu haben. Er schilderte, wie der Priester zum Abschluss seiner Laufbahn im Bistum noch in der Kirchenzeitung mit einem positiven Artikel – „Der Priester mit der Gitarre“ – verabschiedet wurde.

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