Hude - Es dauert nicht mehr lange, dann stehen am Straßenrand wieder großformatige Stellwände. Und von jedem zweiten Laternenpfahl lächeln Politiker aller Couleur freundlich und von Falten befreit um die Wette. Schließlich ist am 22. September Bundestagswahl.
Auftritte der Kandidaten, Infostände, PR, Kugelschreiber: Im Kampf um die Wählergunst schöpfen die Parteien viele Möglichkeiten aus, um für sich zu werben. Aber was ist eigentlich mit dem Internet? Eigentlich höchste Zeit, die Partei-Seite auf Vordermann zu bringen, sollte man meinen. Doch die Chancen, die das Web bietet, nutzen die Kommunalpolitiker kaum.
Die Huder SPD schafft es, im Internet gleich drei verschiedene Vorsitzende zu präsentieren. Auf der eigentlichen Homepage des Ortsvereins wird Jutta Schröder als neu gewählte Vorsitzende genannt. Auf ihrer zur Kommunalwahl 2011 online geschalteten Internet-Präsenz www.hude-profilieren.de begrüßt die Nutzer Schröders Vor-Vorgängerin Anke Paradies. Unter „Aktuelles“ wird verkündet, dass (der mittlerweile wieder zurückgetretene) Norbert Hahn am 23. Februar 2012 den Vorsitz bei den Genossen übernommen hat. Unter beiden Web-Adressen findet man die Namen der Mitglieder von Ratsfraktion und Parteivorstand (unter www.hude-profilieren.de indes nur in überholter Version), aktuelle Inhalte sucht man hier wie dort vergebens.
Dagegen wirkt die noch relativ neue Homepage der CDU deutlich zeitgemäßer. Sie bietet neben einer Auflistung der Ansprechpartner in Fraktion, Kreistag und Vorstand auch Stellungnahmen, Pressemitteilungen und Anträge. Sogar einen News-Ticker gibt es. Allein: Es fehlt an News. Die letzte lokale Neuigkeit datiert vom 19. Februar 2013. Aktuelle Termine kurz vor der heißen Phase der Bundestagswahl? Fehlanzeige.
Das FDP-Portal sieht aus, als sei der Netzbetrieb nach der Landtagswahl im Januar eingestellt worden. „Wir danken allen Wählerinnen und Wählern für das große Vertrauen“, ist auf der Startseite über einem Bild zu lesen, das einen Wahlkampfbesuch des Landesvorsitzenden der Liberalen, Stefan Birkner, auf dem Huder Wochenmarkt zeigt. Inhaltlich beschränkt sich das Informationsangebot auf das Kommunalwahlprogramm.
Die Huder Grünen verfügen ebenso wie die Linken über keine eigene Internetpräsenz. Ihre Informationsangebote sind in die Portale des jeweiligen Kreisverbandes eingebunden. Auch der Huder Ortsverband der Grünen bedankt sich für den Wahlerfolg – seit November 2011 sitzen sechs Vertreter im Rat. Die Fraktion und ihre inhaltlichen Schwerpunkte werden kurz vorgestellt, eine Stellungnahme zur kleinen Lösung im Tunnelbau an der K 226 – das war’s an lokalen Inhalten. Mit Terminen ist im Juni Schluss.
Die politische Sommerpause hat auch die Linken erfasst – auch auf ihren Seiten gibt es keine aktuellen Termine. Das letzte Statement von Ratsfrau Veruschka Schröter-Voigt liegt indes nur einen Monat zurück. Sie äußert sich auf der Homepage kritisch zu den vom Rat beschlossenen Gebühren für die außerschulische Betreuung. Das ist indes eine von insgesamt nur zwei Online-Mitteilungen der Huder Linken in 2013.
Die Freien Wähler warten auf ihrer Homepage mit immerhin vier Beiträgen aus 2013 auf – der letzte datiert vom 25. Juni und beinhaltet einen Bericht über die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Wählergemeinschaft. Aber auch hier erfährt der Nutzer kaum etwas über konkrete politische Anliegen.
