Edewecht - Drangsaliert, bedroht, gefoltert und nach der Flucht auch noch drei lange Jahre von der eigenen Familie getrennt – die Geschichte von Pezhman Mehdiaraghi und seiner Familie ist eine leidvolle. Aber sie hat ein gutes Ende genommen: In Edewecht ist die Familie wieder vereint.

Eigentlich ging es Pezhman Mediaraghi gut in seiner Heimat, dem kurdischen Teil des Irans. Er hatte einen eigenen Steinmetzbetrieb mit 45 Mitarbeitern. Sein 20-jähriger Sohn Rozbeh besuchte die Universität und studierte Informatik, Tochter Tamana (12) brachte gute Noten aus der Schule mit und auch seiner Frau Zahra Taheri ging es gut.

Allerdings gab es Missstände in seiner Heimat, die der 42-jährige Familienvater nicht hinnehmen wollte. Zum Beispiel wie Frauen, Kinder und afghanische Flüchtlinge als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Also engagierte er sich in der Kommunistischen Partei im Iran. Das wiederum passte der Obrigkeit nicht. Pezhman Mehdiaraghi wurde mehrfach verhaftet und gefoltert.

Während er auf einer Demonstration in Teheran war, rief ihn seine Frau an. Zu Hause warte die Revolutionsgarde auf ihn. Der Vorwurf: Gotteslästerung. Im Iran kommt das schon fast einem Todesurteil gleich. Pezhman Mehdiaraghi musste fliehen.

Die Partei schleuste ihn in ein Flugzeug. Über Istanbul ging es nach Berlin, von dort ins Ammerland. Das war Mitte 2013. Aber die Familie war noch im Iran.

Das Asylverfahren in Deutschland zog sich extrem lange hin. In der Zwischenzeit wurde die Situation für die Familie in der Heimat immer dramatischer. Sein Sohn wurde verhaftet und von der Uni geworfen und auch seine kleine Tochter wurde in der Schule bedrängt. Im November 2015 war der Druck so groß, dass die Familie in die Türkei floh. Dort kamen sie in Gaziantep unter. So schnell wie möglich wollten sie nach Deutschland.

Aber ohne anerkannten Asylstatus kein Familiennachzug. Pezhman Mehdiaraghi wartete immer noch auf einen Termin bei der Asylbehörde. Die Familie musste fürchten, aus der Türkei ausgewiesen zu werden, weil das Visum ablief.

Unterstützung fanden die Mehdiaraghis in Edewecht. Reinhold Wiehebrink, Hella Fittje-Oltmanns und Jack Morin taten, was sie konnten – und schalteten den Bundestagsabgeordneten Stephan Albani (CDU) ein. Endlich gab es einen Termin bei der Asylbehörde – mehr als zweieinhalb Jahre nach der Flucht.

Auch auf Wirken Albanis lag das Ergebnis schnell vor: Pezhman Mehdiaraghis Antrag wurde angenommen.

Jetzt musste noch ein Visum für die Familie her. Die deutsche Botschaft in der Türkei war aber wegen der Anschläge in Istanbul zeitweilig geschlossen worden. Aber auch hier gelang es dem Bundestagsabgeordneten, schnell für einen Termin zu sorgen.

Am 13. Mai war es endlich so weit: Am Flughafen Bremen landete die Familie. Nach drei Jahren Hoffen und Bangen konnte Pezhman Mehdiaraghi seine Familie wieder in die Arme schließen.