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NWZonline.de Nachrichten Politik

Analyse: Nato spielt Konflikt mit Ankara herunter

07.06.2017

Der Nato-Chef ist derzeit kein Glücksfall für das Bündnis. Erst präsentiert sich Jens Stoltenberg als fast schon höriger Fan des neuen US-Präsidenten und lässt Donald Trump sogar dann noch freie Hand, als der die Mitgliedstaaten beim Spitzentreffen in Brüssel wegen der Verteidigungsbeiträge in aller Öffentlichkeit brüskiert. Dann erklärt er kurzerhand die deutsch-türkischen Auseinandersetzungen um den Stützpunkt Incirlik zum Privatfehde zwischen Berlin und Ankara, damit er sich mit niemandem anlegen muss.

Dabei hätte man sich gerade jetzt einen starken Mann auf dem Chefsessel der Allianz gewünscht, der weiß, dass Reibereien zwischen zwei derart starken Bündnispartnern nicht ohne Auswirkungen für die Nato bleiben können. Doch Stoltenberg schweigt und tut so, als ginge ihn das nichts an. Dabei hätte man gerade vom Generalsekretär erwartet, dass er alle seine Möglichkeiten nutzt, damit das ohnehin herrschende Chaos der Zuständigkeiten zwischen Nato und Anti-IS-Koalition ordnet und dabei für Ruhe sorgt.

Zumal nach den Beschlüssen des Mai-Gipfeltreffens, bei dem das westliche Verteidigungsbündnis endgültig den alliierten Kräften gegen den IS beigetreten ist. Der Dauerzwist zwischen Deutschland und der Türkei braucht einen starken, unabhängigen Vermittler. Der Nato-Generalsekretär könnte dafür die ideale Instanz sein. Wenn der Mann fähig genug wäre. Das Problem reicht allerdings tiefer. Zwar feiert sich die Nato immer noch gerne als das größte und schlagkräftigste Militärbündnis der Welt. Doch die politische und militärische Wirklichkeit hat neue Formen zustande gebracht. Da werden ad hoc zweckgebundene Koalitionen gegründet, an denen sich beteiligen kann, wer will.

Das Hauptquartier in Brüssel schaut immer öfter zu und bringt es kaum noch fertig, das Durcheinander vor Ort zu sortieren. Das war in Afghanistan lange Zeit so, wo der ISAF-Einsatz der Allianz parallel zur Operation „Enduring Freedom“ gegen die Taliban-Terroristen lief. Und das ist auch jetzt wieder bei den Schlägen gegen die IS-Milizen so. Tatsächlich muss die Nato sich stärker einbringen, nicht nur militärisch, sondern auch strategisch. Stoltenberg ist gefragt, ob er will oder nicht. Und er sollte sich beeilen.

Detlef Drewes Redaktion Brüssel /
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