Oldenburg - Drei Impfstoffe gegen das Coronavirus werden aktuell in Deutschland verimpft. Die Kapazitäten werden fast täglich größer, mittlerweile impfen auch Hausärzte. Für die Forschung sind das gute Nachrichten. Nur mittels großer Datenmengen können Wirkung und Nebenwirkungen der Produkte von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca zuverlässig bewertet werden.
Das Paul Ehrlich-Institut (PEI) ist zuständig für das Sammeln der Daten. In der bislang neuesten Auswertung, in der Ergebnisse bis 2. April berücksichtigt werden, kommt das Institut zum Schluss, dass schwerwiegende Nebenwirkungen bei allen Impfstoffen sehr selten auftreten. Die aktuelle Quote für diese Verdachtsfälle wird auf auf 0,2 pro 1000 Impfdosen beziffert. Infolgedessen bilanziert das Institut im Sicherheitsbericht: „Impfungen mit wirksamen und verträglichen Covid-19-Impfstoffen sind eine effektive Maßnahme, die Pandemie einzudämmen und sich selbst vor Covid-19 zu schützen“.
Leichte Beschwerden
Seit dem Impfstart zählten die Forscher 31.149 gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung – bei knapp 14.381.068 verabreichten Impfungen. Darunter waren 10.722.876 Impfungen mit Biontech, 2.945.125 mit Astrazeneca und 713.067 mit Moderna. Das sind nach Angaben des PEI 2,2 Beschwerden pro 1000 Impfdosen; darunter waren laut PEI häufiger leichte Beschwerden. Es kam überall öfter zu Nebenwirkungen bei Frauen.
Bei Biontech waren die am häufigsten gemeldeten Beschwerden Schmerzen an der Injektionsstelle und Kopfschmerzen.
Nach einer Moderna-Impfung fielen Grippeempfinden, Ausschlag und lokale Reaktionen auf.
Astrazeneca rief vor allem eine grippeähnliche Erkrankung hervor (Schüttelfrost und Fieber).
40,4 Prozent der unerwünschten Reaktionen waren zum Zeitpunkt der Meldung wieder vollständig abgeklungen und 24,3 Prozent hatten sich gebessert. 23,8 Prozent wurden als noch nicht abgeklungen angegeben und der Ausgang von jeder zehnten Meldung der unerwünschten Reaktionen war zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht bekannt.
Heftige Verläufe
Nur wenige schwere Verläufe wurden dem PEI dagegen gemeldet. Insgesamt waren es 3436 Verdachtsfälle in drei Monaten. Als schwerwiegende Reaktionen gelten solche, „bei denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden“. 1832 dieser Verdachtsfälle traten nach Impfung mit Biontech, 107 schwerwiegende Verdachtsfälle nach Impfung mit Moderna und 1375 nach der Impfung mit Astrazeneca auf. In 122 Fällen wurde der Impfstoff nicht angegeben.
Todesfälle
Hierbei wurde 407 Mal der Verdacht auf einen Todesfall bei Geimpften im Alter von 24 bis 102 Jahren gemeldet. Das mittlere Alter war 82 Jahre. 321 Verdachtsfälle betrafen mit Biontech-Geimpfte (Astrazeneca 19, Moderna 7, Rest nicht angegeben). „Der zeitliche Zusammenhang zwischen Impfung und dem tödlichen Ereignis variierte zwischen einer Stunde und 40 Tagen nach Impfung.“
Das PEI macht aber dazu deutlich: Bei der überwiegenden Mehrzahl dieser Fälle hatten die Personen zum Teil multiple, schwere Vorerkrankungen, „die vermutlich todesursächlich waren“.
