Dötlingen/Neerstedt - Die Aufnahme der Asylsuchenden hat am Donnerstagabend den Dötlinger Jugend-, Sport- und Sozialausschuss intensiv beschäftigt. In einem ebenso eindrucksvollen wie nachdenklichen Bericht haben Amtsleiterin Elke Brunotte und Mitarbeiter Timo Nesemann dargestellt, wie die Gemeinde die Aufnahme von 56 Flüchtlingen bewältigt hat. Die nächsten 20 sind bis Januar 2016 laut neuer Quote aufzunehmen. An sich liegt die neue Quote bei 39 Personen, doch Dötlingen hat bisher mehr aufgenommen, als es gemusst hätte.
„Bisher läuft das sehr geräuschlos“, so Bürgermeister Ralf Spille über die Herausforderung. Er machte dabei deutlich, dass in seinen Augen das Thema wahrscheinlich noch erheblich an Bedeutung gewinnen wird. „Es ist eine Situation, die uns lange beschäftigen wird“, so Spille. So sind die aktuellen Zuweisungsquoten noch vor dem Zustrom der vergangenen Wochen entstanden.
Bisher ist es in der Gemeinde mit einem großen Netzwerk an professionellen und ehrenamtlichen Kräften gelungen, eine Willkommenskultur zu gestalten, die die Flüchtlinge bei der Ankunft in einem völlig fremden Land unterstützt und sie in die Gemeinschaft aufzunehmen versucht.
Dabei hat die Kommune derzeit das Glück, dass sie auf Adam Tirnna bauen kann. Der Sudanese lebt seit längerem in Deutschland, sein Asylantrag ist anerkannt. Mit einer Ein-Euro-Tätigkeit ist er nicht nur der sprachliche Mittler zwischen den Welten der Einheimischen und der Neuen, sondern auch das „Mädchen für alles“, wie es Elke Brunotte formulierte. Mit starker Eigeninitiative kümmert sich Tirnna um die Flüchtlinge. Alle im Ausschuss waren sich einig, ihn möglichst weiter an die Gemeinde zu binden.
