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Integration Netzwerkerin für die Neubürger

Wildeshausen - Da muss Michaela Kurwinkel nicht lange überlegen. „Insgesamt ist es sehr gut gelaufen. In anderen Städten gab es weitaus größere Probleme“, fällt die Bilanz der Wildeshauser Integrationsbeauftragten zur Eingliederung der Flüchtlinge positiv aus. Seit 2014 wurden der Kreisstadt 384 Flüchtlinge zugewiesen. „Tatsächlich aufgenommen wurden 473.“ Die meisten Menschen kommen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, dem Irak, aber auch aus Albanien, dem Kosovo oder dem Libanon.

Viele neue Projekte

Viele Menschen in der Stadt seien unglaublich engagiert, um die Neubürger zu integrieren, sagt die 39-jährige Sozialpädagogin und nennt eine Auswahl an Projekten: Café Willkommen, Integrationsprojekt „Startklar“, die Sprachlern-Angebote, das BIS-Netzwerk („Brücken bauen – Integration stärken“) oder die diversen Aktivitäten an der Volkshochschule (VHS) Wildeshausen.

Etwa 15 Familien würden derzeit von 17 ehrenamtlichen Flüchtlingspaten begleitet. Kurwinkel wünscht sich Zuwachs in diesem Team, zumal viele Paten „im Tandem“ arbeiteten. Die Vermittlung der Paten erfolge über die Sozialarbeiterinnen des Diakonischen Werkes im Oldenburger Land. In der Betreuung der Paten engagiere sich besonders die Wildeshauser Willkommens-Initiative. Monatliche Treffen der Flüchtlingspaten werden von der Freiwilligenagentur „misch mit“ organisiert.

Paten müssten „keine immerwährende Begleitung“ von Geflüchteten leisten, erklärt Kurwinkel. Treffen ein- oder zweimal pro Woche reichten völlig aus. Wünschenswert seien Gespräche oder die Begleitung zu Ämtern. Manchmal helfe auch ein Transport. Im Sommer seien die Flüchtlinge mit dem Fahrrad unterwegs. Im Winter sei es für deutlich schwieriger, von A nach B zu kommen.

Flüchtlinge, die nach Prüfung ihres Asylantrags durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen positiven Bescheid bekommen haben, suchten sich in der Regel eine eigene Mietwohnung. Das werde immer schwerer. „Unglaublich wichtig wäre es, wenn es für die Menschen eine berufliche Perspektive gibt“, meint Kurwinkel. Das neue Integrationsgesetz solle es Arbeitgebern leichter machen, Flüchtlinge einzustellen.

Kurwinkel ist im Stadthaus eigentlich für alle Menschen mit Migrationshintergrund zuständig. Immerhin leben in Wildeshausen aktuell 2882 Menschen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Unter dem Druck der Ereignisse im Vorjahr habe sich der Aufgabenbereich enorm gewandelt. Es gebe mittlerweile Angebote in den Treffpunkten „Mittendrin“, über das BIS-netzwerk, im Jugendzentrum und im DRK-Mehrgenerationenhaus.

Orientierung geben

Kurwinkel weist darauf hin, dass es im Zuge der EU-Freizügigkeit einen starken Zuzug aus Bulgarien gegeben habe. Diese Personengruppe sei durch die Flüchtlingsdebatte ein wenig aus dem Blickfeld geraten. Vor allem Frauen aus Bulgarien litten unter der Situation. Daher habe das BIS-Netzwerk eine Anlauf- und Orientierungsstelle für bulgarische Zuwanderinnen eingerichtet. Ansprechpartnerinnen seien Ulrike Kleen und Silvia Nikolaev. Offene Sprechzeiten werden jeweils mittwochs im Stadthaus, donnerstags sowie freitags in den Treffpunkten in der Ringstraße und der Hermann-Ehlers-Straße angeboten. Ein enges Netzwerk der Integration liegt auch Kurwinkel am Herzen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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