Berlin - Im früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen ist seit Freitag eine umfassende Dauerausstellung zu sehen. Mit rund 500 Exponaten und Hunderten historischen Fotos werden erstmals die Geschichte des Unterdrückungsortes, Schicksale von politischen Gefangenen und die Welt der Täter als Komplex gezeigt.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte zur Eröffnung die früheren Gefangenen, die trotz schwerer Schicksale ihre Erfahrungen an die junge Generation weitergeben. Zuvor hatte er mit Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe und dem früheren Häftling Horst Jänichen die Ausstellung besichtigt und sich berührt gezeigt.

Für das gesamte Umbauprojekt in Hohenschönhausen stellten Bund und Land 16,3 Millionen Euro bereit. Bei laufendem Betrieb entstanden auch ein Besucherzentrum sowie Seminarräume in früheren Garagen. Rund drei Millionen Interessierte haben die 1994 eröffnete Gedenkstätte bislang besucht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg betrieben die sowjetischen Besatzer auf dem Areal im Osten Berlins das berüchtigte „Speziallager Nr. 3“. 1951 übernahm die Staatssicherheit den Komplex und baute ihn aus. Mehr als 40 000 Menschen sperrte die Stasi in Hohenschönhausen laut Knabe ein. DDR-Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley, Ulrike Poppe, Jürgen Fuchs und Freya Klier saßen hier. Einzelhaft, Verhöre, Schikanen sollten die Stasi-Gefangenen zermürben. Sie wussten nicht, wo sie waren.