• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Jan-Ole Gersters „Lara“ eröffnet Filmfest Oldenburg
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 2 Minuten.

Zweiter Film Nach „oh Boy“
Jan-Ole Gersters „Lara“ eröffnet Filmfest Oldenburg

NWZonline.de Nachrichten Politik

Nordkorea reizt Trump: Atomgespräche mit USA nur ohne Pompeo

18.04.2019

Seoul (dpa) - Nordkorea will nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo über sein umstrittenes Atomwaffenprogramm verhandeln. Das Außenministerium in Pjöngjang warf Pompeo vor, die Gespräche zu behindern und die Würde von Machthaber Kim Jong Un verletzt zu haben.

Die ungewöhnlich offene Kritik an Pompeo folgte auf Berichte der Staatsmedien, wonach Kim dem Test einer neuartigen taktischen Lenkwaffe beigewohnt habe. Die Entwicklung der Waffe würdigte Kim demnach als Stärkung der "Kampfkraft der Volksarmee". Die Waffe habe einen "mächtigen Sprengkopf" transportiert. Der Kreml teilte unterdessen mit, Präsident Wladimir Putin wolle sich noch in diesem Monat mit Kim in Russland treffen.

Details zur Waffenart bei dem Test nannte Nordkorea nicht. Es gab aber keine Hinweise auf den Test einer ballistischen Rakete, der Nordkorea ebenso wie Atomwaffenversuche verboten ist. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Neue Tests mit solchen Raketen durch Nordkorea würden als offene Herausforderung Kims an US-Präsident Donald Trump gewertet. Beide rühmen sich nach wie guter persönlicher Beziehungen.

Sowohl der Test als auch die Kritik an Pompeo werden jedoch als Versuch gesehen, den Druck auf die USA zu erhöhen. Hintergrund ist eine Zeit größerer Verunsicherung nach dem gescheiterten zweiten Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump Ende Februar in Vietnam. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Die kommunistische Führung Pjöngjang verlangte die Aufhebung eines Großteils der Sanktionen - ebenfalls erfolglos.

Trump hatte Pompeo nach dem ersten Gipfel mit Kim im vergangenen Juni in Singapur den Auftrag erteilt, die Verhandlungen mit Nordkorea voranzutreiben. Kim hatte sich in Singapur zur "kompletten Denuklearisierung" bereiterklärt. Doch gab es bisher keine Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Pompeo traf mehrfach hochrangige Vertreter Nordkoreas in den USA oder Pjöngjang, darunter auch Kim Jong Un, um Fortschritte zu erzielen. Jetzt äußerte Nordkorea Unmut über Art der Verhandlung des Ministers. Für den Fall einer möglichen Wiederaufnahme des Dialogs sei es wünschenswert, Pompeo durch jemand anderen zu ersetzen, der "vorsichtiger und reifer ist, mit uns zu kommunizieren", zitierten staatliche Medien den Leiter des Amerika-Büros im nordkoreanischen Außenministerium, Kwon Jong Gun.

Pjöngjang dürfte einkalkuliert haben, dass solch eine Forderung den US-Präsidenten vor erhebliche Probleme stellt und Trump nicht einknicken wird. Der US-Sender CNN zitierte einen Sprecher des Außenministeriums mit den Worten, der Bericht mit der Kritik an Pompeo sei bekannt. Die USA seien weiterhin zu konstruktiven Verhandlungen mit Nordkorea bereit.

Nordkorea steht wegen seiner Atomwaffen- und Raketentests in den vergangenen Jahren unter besonderer Beobachtung der internationalen Gemeinschaft. Im April 2018 verkündete Pjöngjang einen Stopp der Atombombenversuche und Tests von Interkontinentalraketen. Das hat die Spannungen deutlich verringert.

In Südkorea wurde jetzt spekuliert, bei dem jüngsten Waffentest könnte eventuell ein Marschflugkörper oder eine Abwehrrakete kurzer Reichweite getestet worden sein. Weder das Weiße Haus in Washington und das Pentagon noch das Präsidialamt in Südkorea kommentierten den Test.

"Der Abschluss der Entwicklung des Waffensystems ist ein Ereignis von sehr großer Bedeutung", wurde Kim Jong Un zitiert. Es wäre der erste bekannt gewordene Waffentest Nordkoreas unter den Augen Kims seit November, als von der Erprobung einer neu entwickelten Hightechwaffe die Rede gewesen war.

Der Waffentest könnte nach Meinung von Beobachtern dazu gedient haben, sowohl nach innen wie auch nach außen Signalwirkung auszustrahlen. "Dass Nordkorea die taktische Natur der Waffe betont, lässt erahnen, dass sich der Test vorrangig an das einheimische Publikum richtet, und eher nicht auf eine Änderung der strategischen Annäherung in den Gesprächen mit den USA hindeutet", schrieb der militärtechnische Experte Karl Dewey vom Informationsdienst IHS Jane’s. Zugleich unterstreiche der Test die Sensitivität bezüglich des nordkoreanischen Raketenprogramms.

Auf Einladung Putins wird Kim laut Kreml in der zweiten Aprilhälfte in Russland erwartet. Es gab weder Angaben zum Ort noch zum Zeitpunkt des Treffens. Russische Medien berichteten, dass das Treffen in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands und damit in der Nähe der nordkoreanischen Grenze vorbereitet werde. Moskau setzt sich für eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea im Gegenzug für ein Entgegenkommen Pjöngjangs beim Atomprogramm ein.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.