Oldenburg - Neue Leitung gesucht: Ausgeschrieben wird in diesen Tagen die Stelle des Leiters der städtischen Sammlungen, Kunsthäuser und Museen. Darüber informierte am Dienstagabend Personalchef Volker Trautmann den Kulturausschuss, der im PFL tagte.

Gesucht wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Dr. Friedrich Scheele, der Ende 2015 die Position überraschend verlassen musste und sich jetzt mit der Stadt vor Gericht streitet (NWZ  berichtete).

Mit der Ausschreibung in der „Zeit“, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Nordwest-Zeitung (NWZ ) werden die Befürchtungen vieler Kulturschaffender endgültig zerstreut, die Stelle könne eingespart werden und eine wichtige Stimme im Kulturleben der Stadt fehlen.

Wie Trautmann ausführte, wird es zu 2008 – als die Position nach der Pensionierung von Professor Ewald Gäßler neu besetzt worden war – zwei Veränderungen im Anforderungskatalog geben: Bewerber müssen keinen Doktor-Titel nachweisen und auch außer Englisch keine zwei weiteren Fremdsprachen mehr beherrschen. Diese Voraussetzungen waren seinerzeit vor allem Ex-Oberbürgermeister Gerd Schwandner wichtig gewesen, hieß es. Stattdessen gibt es den Wunsch, die Digitalisierung der Museen auszubauen und vor allem, dass ein zukunftsfähiges Konzept für die Neuausrichtung des Stadtmuseums vorgestellt wird.

Wie Ratsherr Hans-Richard Schwartz (FDP) sich erinnerte, habe man damals viel darüber diskutiert, ob jemand eine Promotion vorweisen sollte, um die Stelle zu bekommen. Er war der Überzeugung, dass auch jemand ohne Doktor-Titel im Stadtmuseum gute Arbeit machen könne. Schriftsteller Dr. Klaus Modick hingegen meinte, es habe auch Gründe für das akademische Profil gegeben. Wenn man das jetzt nicht mehr fordere, verkaufe man das städtische Kulturangebot zu billig. „Bewerber finden Sie in Hülle und Fülle“, mutmaßte er, es sei denn, man habe schon jemanden im Auge.

Volker Trautmann und Kulturamtschefin Christiane Cordes sind überzeugt davon, dass sich niemand mit Promotion davon abhalten lässt, sich zu bewerben, nur weil die Promotion nicht in der Anforderung erwähnt wird.

Ein Angebot des Vereins der Förderer und Freunde des Horst-Janssen-Museums, bei der Personalauswahl zu helfen, lehnte die Verwaltung aus Datenschutz-Gründen ab.