Hude - Der Kirchkimmer Unternehmer Ralf Mehrings baut Sporthallen. Angesichts der aktuellen Diskussion über die Schaffung von vorübergehendem Wohnraum für Flüchtlinge kam ihm die Idee, warum für viel Geld Schlichtbauten aufstellen, die dann später nach zehn Jahren wieder abgerissen werden?
Wäre es nicht in einigen Orten sinnvoller, Sporthallen neu zu bauen, die in ihrem Innern vorerst mit allem drum und dran für die Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet werden und sich später – mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand – in eine voll funktionstüchtige Sporthalle umwandeln lassen?
Er ist, wie die NWZ berichtete, mit seiner Idee an die Gemeinde und den Landkreis herangetreten, wollte verlässliche Zahlen für die Kalkulation eines solchen Projekts. Er wollte berechnen können, ob sich das wirtschaftlich darstellen lässt, bekam aber keine Antwort. Darüber hat er sich geärgert.
SPD und FDP im Huder Rat hatten nun in einem Antrag an die Gemeinde das Thema Sporthallen-Neubau als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft noch einmal aufs Tapet gebracht und den Bürgermeister aufgefordert, dazu im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt Stellung zu nehmen.
Ulrike Janz-Janzen (SPD) erklärte, dass man das spannende Konzept von Mehrings gern noch mal prüfen lassen wolle, gerade auch im Blick auf die für Schlichtbauten vorgesehene Fläche am Vielstedter Kirchweg.
Bürgermeister Holger Lebedinzew erklärte dazu erneut, dass es durchaus eine pfiffige Idee sei. Doch die Finanzierung sei nicht machbar. Der Unternehmer benötige schließlich eine Zusage, dass später die Halle auch übernommen werde. Der Landkreis wolle keine Sporthalle in Hude. Die Gemeinde habe kein Geld für eine annähernd siebenstellige Summe. Die Vereine selber könnten es nur finanzieren, wenn die Gemeinde eine Bürgschaft übernehme, die wie Bargeld sei. Und: Sollte man jemanden finden, der das finanziere, sei eine Vergabe an eine bestimmte Firma explizit nicht möglich, sondern es müsse ausgeschrieben werden. Das ohne Ausschreibung zu machen, sei schon bei Schlichtbauten schwierig. Auch sei die Gemeinde darauf bedacht, die Unterbringung in kleinen Einheiten zu bewerkstelligen. „So gut die Idee ist, aber die Machbarkeit scheint in dieser Situation nicht zielführend”, so Lebedinzew.
SPD und FDP zogen ihren Antrag letztendlich zurück.
