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Neuer Landtag in Hannover Grüne stellen den jüngsten Abgeordneten – Geringer Frauenanteil wird kritisiert

Zwei Pferde der Polizei reiten am Tag nach der Landtagswahl am niedersächsischen Landtag vorbei. Der neue Landtag ist jünger geworden.

Zwei Pferde der Polizei reiten am Tag nach der Landtagswahl am niedersächsischen Landtag vorbei. Der neue Landtag ist jünger geworden.

Stratenschulte/dpa

Hannover - Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Niedersächsischen Landtags werden 146 Abgeordnete im Plenarsaal Platz nehmen. Das sind neun Politiker mehr als in der vergangenen Legislaturperiode. Aber ist der Landtag nun wirklich weiblicher und jünger geworden?

Nur geringfügig höher

Unter den 146 gewählten Abgeordneten sind lediglich 50 Frauen. Mit 34,2 Prozent liege der Frauenanteil nur geringfügig höher als in der letzten Legislaturperiode, teilte die Landtagsverwaltung mit. Die SPD entsendet 18 Frauen, die CDU 15, die Grünen 14 und die AfD drei. Während der Frauenanteil bei der CDU-Fraktion von 18 auf 31,91 Prozent und bei der AfD-Fraktion von 11,11 auf 16,67 Prozent gestiegen ist, bleibt er bei den Grünen mit 58,3 Prozent auf gleichem Niveau.

Ausgerechnet bei der SPD, die mit Gabriele Andretta die erste Parlamentspräsidentin stellt, sinkt der relative Frauenanteil von 37,04 auf 31,58 Prozent. Der Grund: Weil bei der SPD die Liste gar nicht greift, entsendet die Partei nur 18 direkt gewählte Frauen und 39 direkt gewählte Männer.

Kritik am geringen Frauenanteil gibt es vom Landesfrauenrat (LFRN). „Unser Ziel ist nicht erreicht“, sagte die LFRN-Vorsitzende Marion Övermöhle-Mühlbach. Sie forderte das Parlament auf, seine demokratische Verantwortung für die Gleichstellung der Geschlechter wahrzunehmen und die paritätische Mitbestimmung von Frauen in der Politik sicherzustellen. Der Landesfrauenrat Niedersachsen ist ein Zusammenschluss von über 60 Organisationen. Er vertritt mehr als 2,2 Millionen Frauen.

„Fridays for Future“

Die Grünen-Fraktion ist mit durchschnittlich 43 Jahren die jüngste Fraktion; CDU und SPD kommen im Schnitt auf 46 Jahre; die AfD auf 48 Jahre. Vor allem SPD und CDU haben sich deutlich verjüngt _ im Schnitt um sechs Jahre. Jüngster Abgeordneter ist der 23-jährige Pascal Leddin (Grüne) aus Uelzen. Zwar reichte es für ihn mit 13,1 Prozent der Erststimmen nicht für ein Direktmandat, aber über Listenplatz 20 zieht Leddin trotzdem ins Leineschloss ein. Der 23-Jährige kommt aus der „Fridays-For-Future“-Bewegung. Vor zwei Jahren habe er den Entschluss gefasst, ins Parlament zu gehen. Schwerpunkte seiner Arbeit sollen Klimaschutz, Katastrophenschutz und Jugendförderung sein. 2017 war Imke Byl mit 24 Jahren die jüngste Abgeordnete. Die Grünen-Politikerin war diesmal nicht erneut angetreten. „Sie wolle sich nicht von der Politik abhängig machen. Ein Comeback ist nicht ausgeschlossen.

Der älteste Abgeordnete ist Jozef Rakicky (AfD), Jahrgang 1956. Hier diskutieren SPD, CDU und Grüne gerade hinter verschlossenen Türen, ob sie es zulassen, dass AfD-Mann Rakicky als Alterspräsident die konstituierende Sitzung am 8. November eröffnen soll.

Hier finden Sie alle Artikel zur Landespolitik von unserem Hannover-Korrespondenten Stefan Idel.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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