Huntlosen - Bei einem Filmabend am Mittwoch in Huntlosen gab es den Kurzfilm „Warte mal...“ zu sehen. Er ist das Ergebnis des Workshops „Gemeinsam Medien machen“ der LEB Niedersachsen für Flüchtlinge in Huntlosen . Das Projekt fand im Rahmen der Kampagne M statt und wurde von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt gefördert.

Projektleiterin Karin Pieper betonte in ihrer Eröffnungsrede vor den 50 Zuschauern im Grünen Zentrum in Huntlosen das Engagement der Geflüchteten für das Projekt. „Warte mal...“ thematisiert die Herausforderungen, denen Flüchtlinge sich in ihrem Alltag in Deutschland gegenüber sehen. Vier Flüchtlinge sitzen beispielhaft in einem Wartezimmer einer Behörde und sinnieren über die Alltagsprobleme. Etwa überlegt einer der Wartenden im Film, wie er am Abend nach Oldenburg kommen soll. Mit dem Zug? Zu teuer. Mit dem Bus? Am Abend fahren die Busse nur sehr unregelmäßig. Mit dem Auto? Ein Auto besitze er nicht und einen deutschen Führerschein auch nicht. Dann wohl mit dem Rad. Ein Anderer, der von der Beamtin mit dem Ausfüllen von unzähligen Anträgen alleingelassen wird. Eine Geflüchtete stellt sich die Frage, was sie mit ihrer vielen Zeit anstellen soll. Arbeiten kann sie noch nicht und ein Deutschkurs füllt auch keinen ganzen Tag. Am Ende hat einer der Darsteller ein positives Vorstellungsgespräch.

Im Sommer haben Flüchtlinge und Mitarbeiter der LEB angefangen, an dem neunminütigen Video zu arbeiten. Karin Pieper hob nach der Vorstellung des Videos hervor, wie schnell die Teilnehmer im Laufe des Projektes ihr Deutsch verbessert hätten.

Das Schlusswort gab es von Samuel Stoll, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde. „Wenn man hart arbeitet und viel lernt, kann es jeder in Deutschland schaffen. So weit, dass man vielleicht irgendwann stellvertretender Bürgermeister von Großenkneten wird. Als Russland-Deutscher spreche ich aus Erfahrung!“