Borkum/Amsterdam - Der niederländische Energiekonzern One-Dyas hat gemeinsam mit Partnerfirmen seine endgültige Investitionsentscheidung für die Gasförderung in der Nordsee, etwa 20 Kilometer vor der Insel Borkum, getroffen. Für das Gasfeld N05-A sollen 500 Millionen Euro investiert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam mit. Damit handelt es sich nach Firmenangaben um „die größte niederländische Investition in eine Erdgaserschließung in den letzten 15 Jahren“.

One-Dyas-Geschäftsführer Chris de Ruyter van Steveninck sprach von einem „wichtigen Schritt in der Energieversorgung der Niederlande und Deutschlands, mit sicherem und verantwortungsvollem Erdgas aus heimischer Produktion“. Bei der Förderung, die frühestens 2024 beginnen kann, sollen laut One-Dyas die CO2-Emissionen „nahe an der Nullgrenze“ liegen. Denn der nahe gelegene Offshore-Windpark Riffgat versorge die Plattform im niederländischen Hoheitsgebiet mit Strom aus Windkraft. Außerdem erkläre sich das Unternehmen bereit, Erdgas aus dem Gebiet nur so lange zu fördern, wie in den Niederlanden und in Deutschland eine Nachfrage nach Erdgas bestehe. Das erwartete Fördervolumen des Feldes N05-A und der umliegenden Vorkommen liege bei 4,5 bis 13 Milliarden Kubikmeter.

Kritiker des Projekts befürchten dagegen massive Umweltfolgen für die Insel Borkum und den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Ein Bündnis um die Deutsche Umwelthilfe geht daher gerichtlich gegen die umstrittene Erdgasförderung vor. Die Insel Borkum hat sich der Klage angeschlossen.

Derweil hat die niederländischen Regierung entschieden, wegen der Erdbebengefahr ab Oktober die Gas-Förderung in der Provinz Groningen zu drosseln. Die elf Förderstellen sollen nur noch 2,8 Mrd. Kubikmeter pro Jahr produzieren. Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Borkum) sagte, die Drosselung der Erdgasförderung sollte zu einem Umdenken bei der SPD/CDU-Landesregierung führen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent