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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

An Land haben Kinder das Kommando

21.12.2013

Wilhelmshaven Das war ein Tag der Freudentränen und der Weihnachtsmützen. Mehrere hundert Besucher stehen am Freitagmorgen leicht fröstelnd im Wilhelmshavener Marinestützpunkt an der Pier, als pünktlich um zehn Uhr die Fregatte „Niedersachsen“ in den Hafen einläuft.

Zum Aufwärmen gibt es neben der Vorfreude auf das Wiedersehen Kaffee und heiße Würstchen – und das Marinemusikkorps Nordsee spielt ein weiteres Mal zum letzten Mal vor seiner Außerdienststellung und sorgt für Gänsehaut-Gefühle bei den Angehörigen der 215 heimkehrenden Soldatinnen und Soldaten, die sich vor fünf Monaten in den Anti-Piraten-Einsatz am Horn von Afrika verabschiedet hatten.

Das militärische Zeremoniell tritt an diesem Tag in den Hintergrund. Nach dem Anlegen des Schiffes dürfen als erstes Tochter und Frau des Kommandanten an Bord. Fregattenkapitän Kurt Leonards umarmt beide herzlich, bevor er sich seinem vorgesetzten Kommandeur zuwendet, der ihn ebenfalls mit einer Umarmung willkommen heißt.

Anschließend stürmen die Angehörigen die Fregatte – und auf dem Kriegsschiff übernehmen nun die Kinder das Kommando. Glückliche Väter gehorchen ihnen gerne. Fünf Monate Trennung ist eine lange Zeit, auch wenn es ausreichende Möglichkeiten zum Telefonieren und zum E-Mail-Austausch während des Einsatzes gibt.

An Bord der Fregatte ist auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), der die letzten Meilen mitgefahren ist. Ein Bordhubschrauber hatte ihn morgens geholt und auf der „Niedersachsen“ abgesetzt. Das Schiff hatte die letzte Nacht vor dem Einlaufen im Heimathafen in der Nähe des Wilhelmshavener Jade-Weser-Ports auf Reede gelegen und sich auf das feierliche Einlauf-Manöver vorbereitet.

Minister Pistorius und Kommandant Leonards äußern sich glücklich und zufrieden über den zurückliegenden Einsatz am Horn von Afrika. Pistorius: „Ich freue mich, dass alle gesund und fröhlich wieder hier sind.“

Der Tag der Ankunft ist aber auch ein Tag des Abschieds. Die zusätzlich zur Stammbesatzung eingeschifften Besatzungsmitglieder gehen von Bord und haben künftig wieder andere Aufgaben. Zu den Besatzungsmitgliedern auf Zeit gehören ein Chirurg, eine Anästhesistin und Rettungsmedizinerin sowie ein Zahnarzt. Spezialisten für die Aufklärungsarbeit verstärken das Team der Fregatte während des Einsatzes ebenso wie die besonders ausgebildeten Soldaten, die das Boarding-Team bilden, das so etwas wie die Speerspitze im Einsatz darstellt und die Kontrollen von Handels- und Fischereischiffen vornimmt.

Abschied nehmen auch die Rechtsberaterin und die Feldjäger sowie die fliegende Gruppe, die Piloten und Techniker der beiden Bordhubschrauber. Ebenso wie zwei Übersetzer, einer für somalisch, der andere für arabisch. Der eine geht wieder zurück zum Bundessprachenamt in Hürth, der andere setzt sein Studium fort. Er will mal in den diplomatischen Dienst.

Für die alle ist der Abschied auch mit Wehmut verbunden. Ihnen ist anzumerken, dass ihnen Schiff und Besatzung auch ans Herz gewachsen sind. Das Gefühl haben vor ihnen auch andere Gäste der „Niedersachsen“ erlebt.

Nicht dabei ist der Bordpfarrer. Er ist in Dschibuti auf die Fregatte „Hessen“ umgestiegen, die über Weihnachten am Horn von Afrika im Einsatz ist.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-region 
Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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