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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Asse-Lauge landet im Betonwerk

27.09.2008

HANNOVER Nach Bekanntwerden neuer Details über den Verbleib belasteter Lauge aus dem Atommülllager Asse hat das Umweltministerium die Infopolitik des früheren Asse-Betreibers, des Helmholtz-Zentrums, kritisiert. Zuvor war bekannt geworden, dass der Kasseler Düngemittelhersteller K+S AG auch geringe Mengen Lauge nach Alfeld-Godenau in den Schacht Desdemona und nach Nordstemmen in ein Betonwerk gebracht hatte. Dies sei zwar rechtlich einwandfrei, sagte eine Sprecherin von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). „Die Kommunikation war aber äußerst miserabel“, betonte sie.

Das Ministerium habe erst durch die derzeit laufende erneute Untersuchung von alten Asse-Rückstellproben davon erfahren. Zuvor war nur bekannt gewesen, dass das Unternehmen K+S die Lauge in stillgelegte Kalischächte in Höfer (Kreis Celle), Salzdetfurth (Kreis Hildesheim) und Lindwedel-Hope (Kreis Soltau-Fallingbostel) gebracht hatte. Jeweils vor dem Verfüllen war die Flüssigkeit auf ihre radioaktive Belastung untersucht worden. Davon existieren jeweils Rückstellproben, die derzeit vom TÜV erneut auf mögliche radioaktive Belastung überprüft werden.

Erst danach wird nach Auskunft des Umweltministeriums der Transportstopp für die Abfuhr von Lauge aus dem umstrittenen Atommülllager wieder aufgehoben werden können – frühestens in 10 bis 14 Tagen, so eine Sprecherin. Bei der abtransportierten Lauge war aber keine Überschreitung von Grenzwerten festgestellt worden, da die Flüssigkeit aus dem Deckgebirge der Schachtanlage Asse stammt, also mit den Atommüllfässern nie in direkte Berührung kam. In dem Atommülllager müssen täglich zwölf Kubikmeter Wasser abgepumpt werden.

Nach Alfeld wurden im Frühjahr 2007 insgesamt 64 Kubikmeter Flüssigkeit aus der Asse gebracht und dort als Bohrspüllauge verwendet. Nach Nordstemmen wurden 127 Kubikmeter Asse-Lauge geliefert, die in einem Betonwerk zur Herstellung von Salzbeton verwendet wurde, mit dem der K+S Schacht in Salzdetfurth verfüllt wurde.

Die SPD-Landtagsfraktion forderte Umweltminister Sander auf, zügig für einen ordnungsgemäßen Umgang mit der Lauge zu sorgen. Grünen- Fraktionschef Stefan Wenzel sagte, das Landes-Bergamt hätte genaue Kenntnisse über die Vorgänge haben müssen. „Insofern fällt die Kritik auf den Minister zurück.“ Die Linke erklärte, es sei zu vermuten, dass im Atommülllager noch Anfang 2007 belastete und unbelastete Lauge vermischt wurde, um Probleme mit begrenzten Lagerkapazitäten zu umgehen.

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