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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Asse seit 50 Jahren ein Negativbeispiel

03.04.2017

Remlingen Als in den 1960er Jahren die ersten Atomreaktoren den Betrieb aufnahmen, kaufte der Bund das Bergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel für die Lagerung der radioaktiven Abfälle. Bis 1978 wurde dort Atommüll entsorgt. Rund 126 000 Fässer liegen heute in der Anlage. Mit einer Kundgebung am Dienstag wollen Umweltschützer an den Beginn der Einlagerung vor 50 Jahren erinnern.

Warum gilt die Asse heute als Negativbeispiel?

Die Asse zeigt, wie eine sichere Endlagerung nicht funktioniert. Seit 1988 laufen bis zu 12 000 Liter Wasser täglich in das Bergwerk, die Stabilität ist gefährdet. Der Skandal kam erst 2008 ans Licht und ein Untersuchungsausschuss im niedersächsischen Landtag hat mehr als drei Jahre versucht, die möglichen Schlampereien aufzuklären.

Hat Deutschland
daraus gelernt
?

Ja. Gerade beginnt die Suche nach einem deutschen Endlager für hoch radioaktiven Atommüll, das Mitte des Jahrhunderts in Betrieb gehen soll. Wegen der schlechten Erfahrungen mit der Asse steht im Gesetz, dass der Atommüll auch dann noch 500 Jahre lang „rückholbar“ sein muss, wenn das Endlager schon verschlossen ist – falls etwas schiefgeht.

Wie ist die aktuelle
Situation in der Asse
?

Im April 2013 trat mit der „Lex Asse“ das Gesetz zur Rückholung der Abfälle und der Stilllegung der Anlage in Kraft. Bis ein passendes Endlager zur Verfügung steht, sollen die Fässer in ein Zwischenlager kommen. Die Suche dafür war im Sommer 2014 aber auf Eis gelegt worden. Der Grund war ein Streit zwischen dem zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem „Asse-II-Koordinationskreis“, der die Interessen der Region und von Bürgerinitiativen vertreten soll. 2016 hat das BfS wieder mit der Suche nach einem Zwischenlager begonnen.

Was kritisieren
die Umweltschützer
?

Der „Asse-II-Koordinationskreis“ wirft dem BfS vor, dass es nach acht Jahren in der Verantwortung kein detailliertes Gesamtkonzept für die Rückholung gibt. Das BfS gegründet die Verzögerung damit, dass es sich bei der Rückholung der radioaktiven Abfälle um ein weltweit einmaliges Projekt handelt. Es gebe keine Vorlagen oder Orientierungspunkte.

Welche Lösung wird für den Abfall angestrebt?

Nach Angaben des BfS ist die Rückholung der einzig verbleibende Weg, um dem Atomrecht zu entsprechen. Als wichtigste Teilprojekte dafür gelten der Bau eines neuen Schachtes sowie eines Zwischenlagers für die Abfälle.

Wer sucht und betreibt das neue Zwischenlager?

Die Betreiberaufgaben für alle Endlagerprojekte und damit auch die Suche nach einem Zwischenlager gehen derzeit an die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) über, die dem Bund gehört, aber privatrechtlich organisiert ist. Die Gesellschaft befindet sich im Aufbau und soll noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen.

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