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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Freispruch Gefordert: Ex-Landrat Eger weist alle Vorwürfe zurück

16.12.2014

Oldenburg /Wildeshausen Nein – das war kein zerknirschter Angeklagter, der um ein mildes Urteil bat, niemand, der darauf verwies, dass er vielleicht einen Fehler gemacht oder eine Rechtslage eventuell falsch eingeschätzt hätte. Als Frank Eger das letzte Wort nach den Plädoyers von Anklage und Verteidigung hatte, wies der ehemalige Landrat des Landkreises Oldenburg die Vorwürfe der Anklage zurück.

Bei der Geschäftsbeziehung seiner inzwischen von ihm getrennt lebenden Ehefrau Katrin und dem Immobilienunternehmer Dieter Einsiedel sei es um die Alterssicherung für seine Frau und die beiden Kinder gegangen. Schließlich könnten ein Landrat und seine Frau doch mit ihrem privaten Geld machen, was sie wollten. Dem Ankläger schrieb Eger dann abschließend ins Stammbuch: „In Ihrem Plädoyer finde ich mich an keiner Stelle wieder.“

Oberstaatsanwalt Rolf Marquard von der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption in Osnabrück hatte zuvor dargelegt, wie Eger seiner Ansicht nach Geld vom zunächst mitangeklagten Unternehmer Einsiedel gefordert habe, ohne direkte Drohungen auszusprechen.

Marquard verglich den Fall mit der Kriminalität im Bandenmilieu. Wenn jemand in Rockerkluft in einer Kneipe auftauche und an den Wirt Forderungen stelle, müsse er auch keine zusätzlichen Drohungen aussprechen. So sei es auch in diesem Fall gewesen.

Aus der Zeugenaussage Einsiedels sei deutlich geworden, dass dieser sich durch Eger erheblich unter Druck gesetzt fühlte. Schließlich habe er den Landrat auf keinen Fall zum Gegner haben wollen. Er sei aus der Nummer nicht mehr herausgekommen, hatte Einsiedel in seiner Zeugenaussage vor Gericht erklärt.

Ebenso wie Eger hatte zuvor auch sein Verteidiger Christian Landowski die Bewertung der Anklage zurückgewiesen und Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass Eger sich in irgendeiner Weise unrechtmäßig verhalten habe – weder als politischer Türöffner noch bei der allgemeinen Klimapflege.

Die Zahlungen an Katrin Eger seien vielmehr die logische Folge einer simplen Unternehmensbeteiligung – und dass die Frau des Landrats bei privaten Geschäften den Rat des Ehemannes einhole, dürfe diesem nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Wie auch immer das Urteil am Donnerstag ausfällt – Beobachter rechnen anschließend mit einem Revisionsverfahren. Für Frank Eger steht insgesamt viel auf dem Spiel. Bei einer Haftstrafe von mehr als einem Jahr verliert er die Pensionsberechtigung – egal, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird oder nicht.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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