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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Ausschuss ringt um Vorsorge gegen Serien-Tötungen

07.05.2015

Hannover /Delmenhorst Eine Herkulesarbeit, die viel Demut erfordert: Der Sonderausschuss des Landtags sucht weiter händeringend wie parteienübergreifend nach Präventionsmitteln, wie sich Serien-Tötungen in Kliniken vielleicht verhindern lassen. Die Sitzung am Mittwoch bringt zumindest eine Erkenntnis: „Es sind mehr Fragen offen als bislang beantwortet wurden“, lautet der Hinweis des Strafverteidigers Erich Joester an die Abgeordneten. Der Rechtsanwalt berät das Klinikum Delmenhorst, nachdem die schrecklichen Tötungs-Serie durch den Pfleger Niels Högel aufflog.

Joester sucht seitdem international nach vergleichbaren Serien-Taten. Erstes Ergebnis: „Medikamenten-Kontrollen helfen nicht. Die dritthäufigste Tötungsart ist Luft.“ Tötungsserien seien „erst ab 1970 auffällig, mit dem Einzug der Apparatemedizin auf Intensivstationen“. „Es ist kein Phänomen eines einzelnen Delmenhorster Krankenpflegers“, betont der Strafverteidiger, der vor allem folgende Fragen nach dem Fall Högel in den Vordergrund rückt: Nach welchen Kriterien werden Opfer ausgesucht? Wann fällt der Entschluss? Was hätte die Tötung verhindert? Wie lange arbeitet jemand als Pfleger, bevor er tötet? Denn für den Experten steht fest: „Intensivstationen können das Personal krank machen.“ Es drohe eine Verrohung. Der Jurist schlägt vor, das emotional hochbelastete Personal („Sie verfolgen jede Minute des Sterbens“) nach einiger Zeit „zwangszuversetzen, eine Pause zu geben. „Dafür muss es eine bundesweite Regelung geben“, plädiert der Strafverteidiger.

Klinik-Managerin Sonja Drumm begrüßt den Vorschlag. „Wir brauchen eine Pflichtmindestbesetzung auf Intensivstationen“, so Drumm. Geändert habe sich in Delmenhorst schon einiges: Eine neue Dokumentation auf der Intensivstation, Vier-Augen-Prinzip bei Medikamenten, Mehrfachprüfung von Todesfällen. Aber: „Wenn die Auswertung erfolgt, sind die Menschen schon gestorben“, räumt die Klinik-Managerin ein – und hinterlässt sehr nachdenkliche Gesichter.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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