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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Aus der Innenstadt in den Wald

11.04.2018

Bad Iburg Ein Wald ist kein Garten, aber bei dieser Landesgartenschau gehört der Teutoburger Wald einfach dazu. Rund 600 Meter lang schlängelt sich ein futuristisch aufgeständerter Weg durch ein Waldstück, das sich so aus einer ganz neuen Perspektive erleben lässt. Der nächstgelegene Baumwipfelpfad sei in Bad Harzburg, sagt Bad Iburgs Bürgermeisterin Annette Niermann. „Etwas Vergleichbares gibt es in der Region nicht“, betont die Grünen-Politikerin sichtlich stolz. Ihre Hoffnung: Die Attraktion lockt nicht nur aus Niedersachsen neugierige Gäste, sondern auch aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden.

Wenn am 18. April die Tore für die sechste Landesgartenschau in Niedersachsen öffnen, sind die Auseinandersetzungen um die Durchführung in der Kurstadt endgültig vergessen. Denn der Rat war sich lange uneins, ob man die Marathonveranstaltung wirklich stemmen sollte. Erst ein Bürgerentscheid Ende 2015 machte den Weg frei. „Keiner wusste ja, wie es aussehen wird“, sagt Niermann. Jetzt steht sie auf dem sonnenüberströmten Gartenschau-Gelände und ist überzeugt: „Das wird kein Flopp, ganz sicher nicht.“

Landesgartenschauen sind mehr als nur „Blümchenschauen“, betont Henning Sannemann von der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen (FLN). „Es sind Programme zur Infrastrukturerneuerung der Kommunen“, sagt er – und bedauert, dass Niedersachsen im Unterschied zu den anderen Bundesländern den Gartenschauen keine finanzielle Unterstützung mehr gibt. Im Nachbarland Nordrhein-Westfalen etwa ist das anders. Dort stellt das Land jedes Jahr einen Betrag zur Förderung der Landesgartenschau in den Haushalt. Und die Bewerberzahl ist groß.

Für die teilnehmenden Kommunen geht es immer um eine nachhaltige Weiterentwicklung der Städte. In Bad Iburg heißt das: Die Verantwortlichen in dem in die Jahre gekommenen Kurort mussten sich klar darüber werden, wie man sich modernisieren will. So wurde der Kneipp-Erlebnispark am Charlottensee zu Füßen des mächtigen Schlosses bereits 2014 fertig gestellt. Ergänzt wurde er durch den Baumwipfelpfad. Die Idee ist, Stadt und Urbanität mit dem Wald und der Natur zu verbinden, sagt Gartenschau-Geschäftsführerin Ursula Stecker. Die Gartenschau führt den Besucher aus der Innenstadt in den Teutoburger Wald hinein.

Der Mehrwert der Landesgartenschau liege darin, dass die Investitionsmaßnahmen gebündelt wurden. Und natürlich darin, dass nun landauf, landab über den Gartenschau-Sommer in Bad Iburg berichtet wird, sagt Niermann. „Sonst wäre Bad Iburg ein Kurort, der sich herausgeputzt hat. Das ist schön, aber keiner weiß es.“

Auch die nächste Landesgartenschau 2022 wird in einem Kurort sein – in Bad Gandersheim. Damit sind mehr als die Hälfte der bisherigen Ausrichterstädte Kurorte. Für Niermann ist das nicht überraschend. Seit 2000 bekämen die Kurorte keine Landesförderung mehr. „Wir sind alle in einer Situation, dass wir veraltete Infrastruktur haben und jetzt überlegen müssen, in welche Richtung wollen wir uns denn eigentlich entwickeln.“

Ein bisschen mehr Unterstützung des Landes für die Landesgartenschau wäre also aus Bad Iburger Sicht wünschenswert gewesen, sagt Niermann. „Die Kommunen, die die Gartenschauen ausrichten, sind nicht immer die Kommunen, die das meiste Geld haben.“

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