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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Chaos in der AfD wird immer größer

08.02.2017

Hannover Die AfD Niedersachsen kommt nicht zur Ruhe, das Chaos wird nach dem Parteitag am Wochenende immer größer. So sorgt die jetzt bekannt gewordene Alkoholfahrt des Vorsitzenden Armin Paul Hampel (59) für Wirbel. Intern wurde schon länger getuschelt. Die Polizeiinspektion Rotenburg bestätigte dieser Zeitung am Dienstag „den Vorgang“. Mitte Januar hatte eine Polizei-Streife den AfD-Chef auf der Autobahn bei Sittensen wegen Auffälligkeiten gestoppt. Der Test mit dem Alkomat ergab 0,6 Promille – normalerweise eine Ordnungswidrigkeit. Wegen der besonderen Schwere leitete die Polizei ein Strafverfahren ein, das möglichst bald dem Staatsanwalt übergeben wird.

Zeitgleich kursieren Mails aus der AfD-Spitze zum Umgang mit Hampel-Kritikern, besonders mit dem widerspenstigen Chef des Kreisverbandes Osterholz und Verden, Thorben Freese. Darin ist von einer „Operation Trappenjagd“ die Rede. So lautete der Deckname für einen Militärschlag von Hitlers Wehrmacht 1942 auf der Krim. Nun wird in Niedersachsen zur „Trappenjagd“ auf Unbotmäßige geblasen, die den Rechtskurs der AfD unter Hampel nicht mittragen wollen. Für Kritiker Freese wird der – wörtlich – „Karnickelfangschlag“ empfohlen. „Mittäter“ sollen „ausgesondert“ werden.

Der auf Platz vier für die Bundestagswahl gewählte Wilhelm von Gottberg rät, „den Krieg“ nicht vor dem 13. Februar, dem Ende der Kandidatenaufstellung, „zu eröffnen“. Von Gottberg: „Lasst die Parteifreunde doch noch etwas schmoren.“ Übrigens: Der 77-Jährige hat gute Chancen, nach der Bundestagswahl als Alterspräsident den neuen Bundestag zu eröffnen. Ein Akt von hoher Symbolkraft. Der Ostpreuße von Gottberg fordert seit Jahren vehement von „Polen, Tschechien und Russland“ eine Entschuldigung „für die völkermordartigen Vertreibungsverbrechen“. Es müsse endlich Schluss sein mit dem „Kult mit der Schuld“.

Empörung löst bei vielen AfD-Mitgliedern eine Liste aus der Führung auf dem Parteitag aus, die „Empfehlungen“ für die Listenaufstellung zur Bundestagswahl aussprach. Tatsächlich wurden die ersten sechs Plätze auch entsprechend mit Hampel, Jörn König, Thomas Ehrhorn, Wilhelm von Gottberg, Dietmar Friedhoff und Jens Kästner belegt. Unter der Rubrik „unsere Ablehnungen“ fand sich ebenfalls eine Namensliste: Jens Dammann, Astrid zum Felde, Freese, Dana Guth, Holger Pieters aus Ostfriesland, Lars Seemann, Lars Steinke und Jens Wilharm. Sie hatten keine Chance.

Aus Frust über solche Querelen hat der bisherige Wahlkampfmanager Jens Krause die Brocken hingeworfen.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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