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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

„Aufnahmeländer brauchen unsere Hilfe“

23.05.2019

Cloppenburg Im Augenblick könne man keine Flüchtlinge „guten Gewissens zurück nach Syrien schicken“, sagt Dr. Oliver Müller, Direktor von Caritas International. Zurzeit gebe es im vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien keine Anzeichen von Wiederaufbau, sagte Müller beim Abend der Caritas am Dienstag in Stapelfeld. Müller rief vor 130 geladenen Gästen in Stapelfeld (Kreis Cloppenburg) dazu auf, den armen Ländern zu helfen, die Flüchtlinge aufnehmen. Es sei ein Trugschluss, dass Europa die Hauptlast der Migration zu tragen. Libanon und Jordanien nähmen im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl die meisten Flüchtlinge auf. „Die Weltgemeinschaft hat diese Länder im Regen stehen lassen“, sagte Müller. „Die Aufnahmeländer im Süden brauchen unsere Hilfe“, sagte der Leiter des internationalen Hilfswerk der deutschen Caritas. Ihr ökonomisches Zusammenbrechen angesichts der Herausforderung, Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern zu versorgen, „hätte dramatische Folgen“. In Sachen Flüchtlinge sei Deutschland weltweit der zweitgrößte Geber nach den USA. „Von überragender Wichtigkeit ist die frühzeitige Eindämmung von Konflikten. Sie sind hauptursächlich für die gegenwärtigen Schwierigkeiten“, sagte Müller. Freilich sei der Westen mitverantwortlich an der Misere, nannte Müller die gescheiterten Militärinterventionen in Afghanistan und im Irak. Er sprach sich gegen Rüstungsexporte aus, was auch der Handel mit Kleinwaffen beinhalten müsse. Die Lebensbedingungen der Menschen in Konfliktgebieten müssten nachhaltig verbessert werden. Schon kleine Verbesserungen könnten Flucht verhindern, denn „niemand flüchtet aus Übermut“.

Caritas-Direktor Dr. Gerhard Tepe warnte vor einem weiteren Schwinden der gesellschaftlichen Solidarität. Wenn sich die Mentalität „me first“ (zuerst ich) durchsetze, habe das Auswirkungen „auf unser Zusammenleben“. Auch Tepe nahm zur Migration Stellung: „Hier wurden einzelne Länder mit dem Thema alleingelassen. Diesbezüglich gab und gibt es noch kein einheitliches Vorgehen Vorgehen in Europa“, beklagte Tepe. Jeder Container, den ein Containerschiff in der Nordsee verloren hatte, habe mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen als die 49 geretteten Flüchtlinge im Mittelmeer, die wochenlang auf zwei Schiffen vor Malta ausharren mussten. „Nur weil wir bestimmte Personengruppen nicht mehr so im Blick haben, sind sie nicht weg“, sagte Tepe. Er wandte sich gegen den verharmlosenden Begriff „Asyltourismus“. „Der Begriff will instrumentalisieren und vergessen lassen, dass es um existenzielle Entscheidungen und Flucht geht.“ Weihbischof Wilfried Theising erinnerte angesichts der Flüchtlingskrise an die Auswanderung Zehntausender aus dem Oldenburger Münsterland vor 200 Jahren aus wirtschaftlicher Not. „Heute kommen Menschen zu uns. Unser Wohlstand hängt mit unserem Fleiß zusammen, aber auch mit den guten Beziehungen weltweit. Wir können viel tun, das zu verbessern“, sagte Theising.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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