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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Delmenhorst: Grüne sind große Gewinner

27.05.2019

Delmenhorst „Das ist ein Superergebnis“, jubelte Grünen-Vorstandssprecher Werner Klaus. Er vermutet, dass seine Partei auch in Delmenhorst ganz klar von der „Friday-for-Future-Bewegung“ profitiert habe. Bei „Friday for Future“ gehen Jugendliche regelmäßig auf die Straße und fordern eine Wende bei der Klimapolitik ein. Auf die Klimapolitik haben die Grünen bundesweit bei dieser Europawahl gesetzt. „Das bestärkt uns als lokale Grüne auch, dass wir auch in Delmenhorst mehr auf erneuerbare Energien setzen müssen“, so Klaus. Man wolle in der Stadt zukünftig auch die Bürger verstärkt auf dieses Thema ansprechen. Stichwort: mehr Radverkehr und fahrradfreundliche Stadt. In gleich zehn Wahllokalen in der Stadt holten die Grünen die meisten Stimmen. In der Grundschule Deichhorst und in der Käthe-Kollwitz-Schule fuhr die Partei 26,4 beziehungsweise 26,2 Prozent der Wählerstimmen ein.

Herbe Einbußen musste die CDU hinnehmen. Mit 24,9 Prozent verlor die Delmenhorster Union mehr als acht Prozentpunkte gegenüber der Europawahl vor fünf Jahren. „Als letzte große Volkspartei ist ein Ergebnis unter 30 Prozent kein Ergebnis, das uns zufrieden stellt“, so ein hörbar enttäuschter Kreisvorsitzender Bastian Ernst. In der Kirchengemeinde „Zu den zwölf Aposteln“ gaben gerade einmal 13,6 Prozent der Wahlberechtigten der CDU ihre Stimme. „Auch in schwierigen Zeiten muss eine CDU deutlich über 30 Prozent kommen“, so Ernst. Er gibt auch zu, dass die „Friday-for-Future-Bewegung“ nicht gerade das Haus- und Hofthema der CDU sei. „Dass die Grünen so stark geworden sind, basiert auf dem Thema Klima“, sagt der Kreisvorsitzende. Dahingehend müsse sich die CDU auch positionieren. Nur: „Wir dürfen die Grünen nicht kopieren.“ Das klassische Duell mit der SPD sei vorbei. Auch in Sachen Koalitionen müsse die CDU nun auf die Grünen schauen.

Ein Wahldesaster erlebte die SPD in Delmenhorst. Gerade einmal 22,1 Prozent der Wähler machten ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten. „Die herben Verluste der SPD insgesamt und auch in Bremen machen uns tief betroffen“, schreibt die Unterbezirksvorsitzende Petra Behlmer-Elster via Whatsapp. Im Max-Planck-Gymnasium gab es gerade einmal 15,8 Prozent der Stimmen. „Vielen jungen Menschen konnten wir unsere Haltung in der Diskussion über Uploadfilter nicht nahebringen“, so die Delmenhorster Parteivorsitzende. Sie ist der Meinung, dass die SPD in der Großen Koalition in Berlin ihr sozialdemokratisches Profil nicht zeigen könne. „Das muss uns intern sehr zu denken geben“, wie man sich künftig noch klarer erkennbar machen könne. „Besonders die Zunahme der Stimmen für die AfD ist besorgniserregend, liegt sie in Delmenhorst doch über dem Bundestrend“, so Petra Behlmer-Elster weiter.

Die AfD selbst hatte sich in Delmenhorst mehr erhofft als die erzielten 11,9 Prozent. „Heute Morgen habe ich mit gut 15 Prozent gerechnet“, sagt Lothar Mandelka, AfD-Fraktionsvorsitzender im Delmenhorster Stadtrat. Man habe das Ergebnis aber immerhin um fast fünf Prozentpunkte zur vergangenen Europawahl verbessern können. Das beste Resultat sicherte sich die Partei mit glatten 25 Prozent in der Parkschule. „Der Wermutstropfen bei dieser Wahl ist das starke Abschneiden von den Grünen“, so der Ratsvertreter.

„Das ist für uns ein sehr enttäuschendes Ergebnis“, sagt Claus Hübscher, Sprecher der Delmenhorster FDP. Mit 4,78 Prozent rutschte die Partei unter die bei einer Europawahl bedeutungslose Fünf-Prozent-Marke. Weil die Parteiverbände in einen großen Wahlkampftopf der Partei zahlen müssen, habe man vor Ort kaum Geld für einen guten Wahlkampf gehabt, so Hübscher. Und auch, dass Parteichef Christian Lindner arrogant auf „Friday for Future“ reagiert habe, sei wenig hilfreich gewesen.

„Wir müssen den Grünen gratulieren“, sagt Manuel Paschke, Kreissprecher der Linkspartei. Mit 4,89 Prozent ging die Partei aus der Wahl in der Stadt. „Dabei sind wir mit den Grünen in Sachen Klimaschutz gar nicht weit auseinander“, so Paschke.

Erfreulich ist mit mehr als 52 Prozent die Wahlbeteiligung. „Das freut uns“, sagt Stadtsprecher Timo Frers.

Jens Schopp Redakteur / Redaktion Rastede/Wiefelstede
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