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NWZonline.de Region

„Deutschland braucht Zuwanderung“

29.02.2016

Oldenburg Ein beachtliches Plädoyer hat der Historiker Prof. Klaus J. Bade beim Fachtag Migration der Diakonie im Oldenburger Land gehalten: „Deutschland braucht Zuwanderung und Flüchtlinge“, sagte er vor rund 130 Teilnehmern. 350 000 Menschen könne Deutschland ohne Schwierigkeiten im Jahr aufnehmen. Nötig sei dafür eine bessere Integration ins Berufsleben. Dafür müssten Berufsabschlüsse und Qualifikationen schnell anerkannt werden. Bislang frage die deutsche Verwaltung noch nicht einmal danach. Es fehle jede Statistik über die Qualifikation der Flüchtlinge.

Deutsche Geschichte sei gekennzeichnet von freiwilligen und erzwungenen Wanderungsbewegungen, führte Bade aus und betonte, dass Migranten immer auch Pioniere gewesen seien, die neue Impulse in bestehende Gesellschaften gebracht hätten. Mit ihrer Arbeitskraft hätten Migranten oft wesentlich zur Stärkung von Volkswirtschaften beigetragen.

Bade empörte sich über Politik aus dem Bundesinnenministerium, die vorgeblich an Sicherheit und Ordnung orientiert sei, tatsächlich aber Abschottung und Begrenzung im Sinn habe. Er warnte davor, Menschen zu lange in Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen zu lassen statt sie schnell aus dieser Vorläufigkeit zu entlassen und ihnen die Möglichkeit zu geben, für ihren Lebensunterhalt selbst aufzukommen.

Dem ehrenamtlichen Engagement der Bürger maß der Publizist und emeritierte Professor für Neueste Geschichte der Universität Osnabrück eine „fast revolutionäre Kraft“ bei. Das humanitäre Engagement der Menschen in Deutschland stehe „im Gegensatz zu der Abriegelung der Festung Europas“.

Mit der Tagung zum Thema Migration habe die Diakonie im Oldenburger Land „etwas leisere Töne anschlagen“ und „trotz der Dringlichkeit der aktuellen Herausforderungen zum Nachdenken anregen“ wollen, führten der Theologische Diakonie-Vorstand Thomas Feld und der Kaufmännische Vorstand Uwe K. Kollmann aus.

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