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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Bundespräsident: Ein Küsschen und viel Getuschel

13.01.2012

BERLIN Wie galant: Mit einem Küsschen für die First Lady liefert Außenminister Guido Westerwelle (FDP) das Bild des Tages beim Neujahresempfang des Bundespräsidenten. Dauerfeuer der Fotografen. „Aber Guido...!, raunt es aus dem Pulk vom TV-Kameras und Journalisten im Salon von Schloss Bellevue. Westerwelle dreht sich um und lacht: „Man muss ja nicht verschweigen, wenn man jemanden mag.“

Dreierfoto mit Merkel

Doch so gelöst wie in diesem Augenblick ist die Stimmung nicht im Amtssitz des Bundespräsidenten. Im Gegenteil. Die Kredit-Affäre mit zunehmender Kritik aus den Reihen der Union belastet Wulff sichtbar schwer. Wo Bettina Wulff routiniert strahlt, kriegt der Hausherr kaum ein Lächeln hin. Er wirkt gealtert in den letzten zwei Wochen. Beide sind schwarz gekleidet, Bettina Wulff fast schmucklos.

Die Kanzlerin tut wenig, um Wulff aufzuheitern, der Angela Merkel zum Dreier-Foto mit ihr in der Mitte bittet. Scheinbar ungeschickt sucht Merkel ihren Platz. Bei Mädchen würde man sagen: sie zickt herum – mal mit fragend großen Augen, mal mit spitz-schelmischem Mund. Versucht die Kanzlerin in diesem Moment, den Eindruck von Nähe und Vertrautheit mit Wulff zu vermeiden? „So, das reicht“, sagt Merkel schnell, streichelt kurz wie tröstend den Arm von Bettina Wulff und reiht sich ein, um das Defilee abzunehmen. Merkel-Vertraute betonen in diesen Tagen: „Merkel duzt Wulff, aber Freunde sind sie nicht.“

Der Vorsitzende der Deutschen Journalisten-Union, Ulrich Janßen, lud Wulff zu einem Gespräch ein. „Die DJU sieht den Umgang des Bundespräsidenten mit der Presse sehr kritisch“, sagte Janßen. Wulff habe ein Gespräch im Februar zugesagt. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, war dem Empfang demonstrativ ferngeblieben. Auch Edda Müller, Vorsitzende der Antikorruptionsorganisation Transparency International, hatte abgesagt.

Heiße Diskussionen

Ferdinand Reit tut Wulff leid. Der DLRG-Mann aus Weener gehört zu 80 ehrenamtlich engagierten Bürgern, die an diesem Tag Ehrengäste in Schloss Bellevue sind. „Unheimlich belastend“, findet er den Medienwirbel um Wulffs Kredit-Affäre. Das Sportler-Ehepaar Elke und Johann-Hermann Tjardes – auch aus Weener – sieht Fehler bei Wulff. Ob er sich hält? „Tja“, sagen beide: „Eher nicht“.

Heiße DIskussionen

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt ballt neben Wulff kurz die Faust: Durchhalten! Doch solche Gesten sind eher selten an diesem Tag, heiß dagegen die Diskussionen im Empfangssaal bei Champagner und Häppchen.

Unterstützung bröckelt

In der Union bröckelt die Unterstützung für Wulff – besonders in Baden-Württemberg. Landeschef Thomas Strobl bestätigt, dass es „eine Reihe kritischer Anmerkungen“ im CDU-Vorstand gegeben habe. Ex-Umweltminister Ulrich Müller sagt: „Ich glaub nicht, das es richtig ist, wenn Wulff im Amt bleibt.“

Auch im Bundestag wachsen die Zweifel. „Aufgrund der unwürdigen Diskussionen der vergangenen Woche lege ich es dem Bundespräsidenten nahe, Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu ziehen“, sagt der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Georg von der Marwitz. Ähnlich hat sich schon sein Fraktionskollege Karl-Georg Wellmann geäußert.

CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder versucht, die Debatte einzudämmen und bezeichnet Spekulationen über mögliche Nachfolger – wie beispielsweise Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) – als „Quatsch“. Kauder schüttelt später Wulff die Hand. De Maizière ist nicht gekommen.

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Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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