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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

„Emden“ ist kein Kriegsschiff mehr

30.11.2013

Wilhelmshaven /Emden Nach mehr als 30 Jahren ist gestern eine Ära in der Marine zu Ende gegangen: Mit dem Befehl „Hol’ nieder Flagge und Wimpel“ wurde die Fregatte „Emden“ außer Dienst gestellt. Damit sind nun drei von acht Einheiten der Klasse F 122 Geschichte.

Schwerer noch wiegt für viele die Tatsache, dass gleichzeitig der traditionsreiche Name „Emden“ auf absehbare Zeit aus der Flottenliste gestrichen wird. Denn nach der ersten „Emden“ (1908) fuhren vier weitere Kriegsschiffe unter diesem Namen zu See.

Der letzte Kommandant, Fregattenkapitän Hendrik Hülsmann, konnte unter den zahlreichen Gästen auch den ersten Kommandanten der fünften „Emden“ begrüßen, Kapitän zur See Dietrich von der Planitz. Er hatte das Schiff 1983 in Dienst gestellt. Seitdem führten zwölf weitere Männer die Fregatte.

Brücke gerammt

Rund 807 000 Seemeilen hat die „Emden“ in den 30 Jahren zurückgelegt – das entspricht über 37 Erdumrundungen. Die Besatzungen haben mit ihrem Schiff 129 Häfen in 48 Ländern besucht. Und erfolgreich an 14 mandatierten Einsätzen teilgenommen – darunter sogar zweimal an der Anti-Piraterie-Mission „Atalanta“.

Die Kollision mit der Wilhelmshavener Kaiser-Wilhelm-Brücke im Jahr 1998 hingegen bezeichnete Hendrik Hülsmann in seiner Rede als eine der schwärzesten Stunden“ des Schiffes.

„Es war schon ein komisches Gefühl, im Juni ein einsatzklares Schiff ins Arsenal zu verlegen“, sagte der letzte Kommandant. Nun sei es gut zu wissen, dass auf jeder Einheit der Einsatzflottille 2 mindestens ein „Emden“-Besatzungsmitglied weiter zur See fährt. Mit Blick auf die ehrenvolle Geschichte der ersten „Emden“ und ihren Vorbildcharakter auch für die heutige Marine warb Hülsmann dafür, dass es auf in Zukunft ein Schiff mit diesem Namen geben möge.

„Das Schiff wird fehlen“, sagte dann der Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, Kapitän zur See Kay-Achim Schönbach, in einer launigen Rede. Man dürfe zudem die Kraft der Symbolik des Eisernen Kreuzes an Bord der „Emden“ für eine Besatzung nicht verkennen – es stehe für zeitlose Werte.

Britischer Führungsstil

„Ich vermag mir deshalb eine deutsche Marine ohne eine ,Emden‘ nicht vorzustellen“, so Schönbach. Die Besatzung sei in ihrer Haltung und mit ihrer Leistung ein Vorbild für alle.

Dem scheidenden Kommandanten bescheinigte Kay-Achim Schönbach „Kampfgeist“ sowie einen gradlinigen und britischen Führungsstil. Kein Wunder: Hendrik Hülsmann war vor seiner Kommandantenzeit deutscher Verbindungsoffizier im Gefechtsausbildungszentrum der Royal Navy.

Das Marinemusikkorps Nordsee überzeugte übrigens auch bei der Außerdienststellungszeremonie einmal mehr. Besonders positiv fiel das Stück „Just a closer walk with thee“ auf, vielen bekannt als Trauermarsch im Bond-Film „Leben und sterben lassen“.

Nachdem anschließend Flagge und Wimpel niedergeholt waren, verhüllte Fregattenkapitän Hendrik Hülsmann die Truppenfahne. Alles wurde dem Geschwaderkommandeur übergeben – und die Fregatte „Emden“ ist kein Kriegsschiff mehr.

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