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NWZonline.de Nachrichten Politik Niedersachsen

Fällt die traditionelle SPD-Hochburg?

09.08.2019

Emden Die Krise der deutschen Sozialdemokratie reicht bis in die Provinz – genauer gesagt nach Ostfriesland. Mit der Hafenstadt Emden könnte bald eine der letzten traditionellen SPD-Hochburgen fallen, zumindest bei der Besetzung des Oberbürgermeister-Postens. Dieser liegt seit 1956 fest in SPD-Hand. Allein von 1986 bis 2011 gab Alwin Brinkmann den Ton an und war damit der dienstälteste Oberbürgermeister der kreisfreien Städte Niedersachsens. Doch sein Nachfolger und Parteifreund Bernd Bornemann tritt zur Wahl am 8. September nicht mehr an. Und der neu aufgestellte SPD-Kandidat Manfred Eertmoed (45) hat einen schweren Stand.

Emden steht nach diversen Werftenpleiten vor großen Aufgaben, wenn sich etwa Volkswagen als wichtigster Arbeitgeber neu orientiert und bei der Umstellung auf E-Autos eines Tages Arbeitsplätze abbauen sollte. Auch die Finanzlage der 50 000-Einwohner-Stadt an der Emsmündung in Randlage zu den benachbarten Niederlanden ist nicht rosig.

Arbeit ist denn auch ein großes Thema für den neuen SPD-Kandidaten, der unter dem Motto „Eertmoed arbeitet“ Wahlkampf macht. Eertmoed bringt sieben Jahre Verwaltungserfahrung als Bürgermeister in Emdens kleiner Nachbargemeinde Hinte mit und hofft mit Themen wie grüner Umwelttechnik, Soziales und Bildung auf die Stimmen zahlreicher Genossen.

Doch auch sein Gegenspieler Tim Kruithoff (42) rechnet mit einer breiten Basis. Der Diplom-Kaufmann tritt als unabhängiger und parteiloser Kandidat an, wird aber von CDU, FDP, Grünen und der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden unterstützt. Eertmoed und Kruithoff lieferten sich bereits einen Schlagabtausch per Facebook, wo auch schon mal schärfere Töne angeschlagen wurden.

Sechs weitere Namen stehen auf dem Wahlzettel für die OB-Wahl, darunter zwei Frauen. Eine hat schon allein durch ihren Beruf für Schlagzeilen in den Medien gesorgt: Tanja Meyer (46) arbeitet als Thekenkraft in einem Emder Bordell. Die gelernte Justiz- und Verwaltungsangestellte traut sich den Spitzenjob zu. „Niemand wird als Politiker oder Oberbürgermeister geboren, aber alles lässt sich lernen“, sagt sie und hofft auf viele Stimmen von Frauen und älteren Menschen.

Meyer und auch die anderen parteilosen Bewerber sind jedoch politisch bislang kaum in Erscheinung getreten. Darunter sind die Verkäuferin Karin Theeßen-Leckebusch, der Heizungsbauer und Ex-Boxer Reza Darbani, der Gastronom Sari Sansar und der IT-Systemkaufmann Ingo Weber.

Ein bekanntes Gesicht in der Stadt ist dagegen Abdou Ouedraogo (61), der in Ghana aufgewachsen ist und seit 1985 in Emden lebt. Der Energieberater engagiert sich schon länger in der Integrationsarbeit und will sich als Oberbürgermeister um Themen wie Umwelt und Klima, aber vor allem um den Zusammenhalt der Gesellschaft kümmern.

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